19 Ehemalige Schule
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Die Neue Schule an der Sonnenhöhe
Der alte Gedenkstein zum Bau der Neuen Schule im Jahre 1950 liegt heute noch im Beet links neben der Info-Tafel.
Die ehemalige Neue Schule als Rathaus
Der 2. Bauabschnitt der Neuen Schule an der Sonnenhöhe konnte nicht mehr begonnen werden, da das hinter der Schule liegende Gelände für die neue B 76 genutzt wurde.
Am 1. Januar 1965 wurde Raisdorf amtsfrei und brauchte nun eine eigene Verwaltung.
Das alte Rathaus mit seinen 5 Räumen, in der Preetzer Straße Nr. 5, neben dem Hotel Rosenheim, war dafür viel zu klein.
Dieses Gebäude wurde jahrzehntelang von den ehrenamtlichen Raisdorfer Bürgermeistern genutzt.
Der erste hauptamtliche Bürgermeister, Helmut Ohl aus Flensburg, bekam hier auch noch sein erstes Dienstzimmer, mit Blick auf einen "Wildgarten".
Im Obergeschoss erhielt er eine Dienstwohnung.
Hinterm Haus in einer Wellblechbude war die Unterkunft der drei Gemeindearbeiter und ihrer Gerätschaften.
So wurde entschieden, dass an der Straße "Zum See" ein neues Schulzentrum entstehen soll.
Im Gegenzug sollte die "ehemalige Neue Schule" nun Verwaltungssitz werden.
Den Rathausumbau hielt Helmut Ohl für nachrangig; Vorrang hatte das Schulzentrum. Je nach Baufortschritt wurden in der ehemaligen Neuen Schule Räume frei, die die Verwaltung übernahm. Immer mehr Abteilungen der Verwaltung zogen in die ehemalige Schule im neu entstehenden Ortszentrum.
Beim Umbau wurde die Registratur in die Mitte aller Räume gelegt, weil sie das Gedächtnis der Verwaltung sein sollte.
Das Rathaus entwickelte sich; neue Räume wurden geschaffen; Aufgaben kamen hinzu.
Ein Anbau mit Sitzungssaal wurde im vorderen Bereich realisiert.
Die Schulen befinden sich heute schräg gegenüber als Schulzentrum in der Straße "Zum See".
Im Jahre 2008, zur Gründung der Stadt Schwentinental, kam kurzzeitig die Idee auf, ein neues Rathaus zu bauen, da das Rathaus Raisdorf und das Bürgerhaus Klausdorf zu klein waren.
Die Fusion der beiden Gemeinden sollte ja aber Geld einsparen; somit wurde dieser Plan zum Glück verworfen. Die letzten anderthalb Jahrzehnte haben gezeigt, dass es auch so geht!
Das alte Gemeindehaus in der Preetzer Str. Nr. 5
Es stand rechts neben dem Hotel Rosenheim, war bis 1965 in der Nutzung und wurde in den 1970er Jahren abgerissen.
Übergabe der neue Raisdorfer Chronik von Helmut Ohl
Im Rahmen einer Feierstunde am 14. Juni 2024, gedachten Angehörige der Vereine und Verbände , die Stadtvertretung, der Heimatbund und viele andere mehr im großen Bürgersaal des Rathauses dem am 3. Mai 2024 verstorbenen Alt-Bürgermeister Helmut Ohl.
Diese Veranstaltung war im Festprogramm der 800-Jahr-Feierlichkeiten für die Übergabe seiner Ortschronik an die Stadt vorgesehen. An diesem Abend wurde in vielfältiger Weise an Helmut Ohl und sein Wirken für die Gemeinde und unserer Heimat erinnert.
Der Vorsitzende des Heimatbundes Egon Ackermann erinnerte an die vielen Reisen und an die schier nie enden wollenden Erklärungen, sowie manch einer Anekdote und stellte anschließend Texte aus der Chronik vor.
Als früherer Bürgervorsteher konnte Jürgen Ohrt an manche persönliche Begebenheit erinnern.
In dem Filmbeitrag "800 Jahre Klosterdörfer" von Peter Weimann, kam Helmut Ohl selbst noch einmal im Interview zu Wort.
Der Höhepunkt des Abends war dann die Übergabe der Chronik. Helmut Ohl hatte sie noch kurz vor seinem Tod beendet; seine Familie überreichte Bürgermeister Thomas Haß nun ein Exemplar. Dieser bedankte sich sichtlich bewegt und würdigte noch einmal abschließend die Lebensleistung seines Vorgängers.
Als musikalische Untermalung sang Jan Graf wohlbekannte plattdeutsche Lieder und viele sangen mit.
Holger Malterer
Die Urkunde vom 9.12.1224 in moderner Schrift
Im Text dieser Urkunde von Bischoff Berthold zu Lübeck werden die Dörfer Klausdorf (Vruwenhuthe) und Raisdorf (Radwardesthorp) zum ersten Mal erwähnt.
Es wurde bestimmt, dass die Dörfer den 10ten an das Kloster Preetz abzugeben haben. Dieses war 1216 von Graf Albrecht von Orlamünde gegründet worden.
Die Urkunde ist heute im Sitzungssaal der Stadtvertretung im Rathaus zu sehen.
Die Übergabe der Chronik, v. l.: Bürgermeister Thomas Haß, KuKuK-Vorsitzender Udo Carstens und Bürgervorsteher Uwe Janz
Klausdorfer Chronik offiziell an die Stadt übergeben
Der Förderverein für Kunst und Kultur sowie kulturhistorische Projekte in Schwentinental e.V. (KuKuK) hat am 06. Februar 2025 im Rathaus der Stadt Schwentinental die offizielle Präsentation der neuen Chronik vorgenommen.
Die Gemeinde Klausdorf besitzt eine abgeschlossene Geschichte. Sie geginnt mit der erstmaligen urkundlichen Erwähnung am 9. Dezember 1224 als eines der Walddörfer, die zum Kloster Preetz gehörten und endet 2008 mit der Stadtgründung Schwentinentals. Werner Bombor beschrieb die Klausdorfer Geschichte bis 1984 in einer umfassenden Chronik.
Die neue ausführliche Ortschronik Klausdorfs beginnt 1984 und endet mit der Fusion mit Raisdorf im Jahre 2008.
Das 104-seitige Buch im Format DIN A4 finanziert sich aus Zuschüssen, Spenden und Anzeigen. Sie kann ab sofort zum Preis von 15,- Euro überall im Ort erstanden werden, insbesondere jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr bei der AWO im Bürgerhaus Klausdorf.
Verwaltungsstrukturreform 2008: Die Entstehung der Stadt Schwentinental
Hintergrund und Ausgangslage
Im Jahr 2002 entfachte in Schleswig-Holstein eine landesweite Diskussion über die optimale Größe und Leistungsfähigkeit von Kommunen. Der Landesrechnungshof (LRH) veröffentlichte im Jahr 2003 einen Sonderbericht, der die Verwaltungsstrukturen in kreisangehörigen Gemeinden untersuchte. Der Bericht stellte fest, dass 55 % der hauptamtlichen Kommunalverwaltungen nur bis zu 9.000 Einwohner betreuten. Besonders auf der Ebene der Ämter waren die Strukturen zu kleinteilig. Aus wirtschaftlicher Sicht sah der LRH eine Einwohnerzahl von mindestens 9.000 als ideal an, um die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Verwaltungen zu gewährleisten.
Der politische Impuls zur Reform
Nach der Landtagswahl vom 20. Februar 2005 beschlossen die Regierungsparteien CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag die Durchführung einer Verwaltungsstrukturreform. Mit dem ersten Verwaltungsstrukturreformgesetz vom 28. März 2006 nahm die Reform konkrete Formen an. Ziel war es, die Verwaltungsstrukturen in Schleswig-Holstein zu vereinfachen und leistungsfähiger zu gestalten. Für Gemeinden, die weniger als 8.000 Einwohner hatten, bedeutete dies, dass sie ihre hauptamtlichen Verwaltungen verlieren und zukünftig ehrenamtlich geführt werden sollten.
Die Reform sah eine freiwillige Phase vor, in der die betroffenen Kommunen bis zum 31. Dezember 2006 Beschlüsse über ihre zukünftigen Verwaltungsstrukturen fassen konnten. Gemeinden, die sich in dieser Phase freiwillig für einen Zusammenschluss entschieden, erhielten eine Förderprämie von 250.000 Euro.
Die Situation in Klausdorf und Raisdorf
Für Klausdorf und Raisdorf stellte die geplante Reform eine einschneidende Veränderung dar. Beide Gemeinden standen vor der Frage, wie sie ihre Verwaltung in Zukunft gestalten sollten. Während Raisdorf bereits frühzeitig eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Selent-Schlesen einging, wehrte sich Klausdorf zunächst gegen eine Fusion oder andere Formen der Zusammenarbeit. Besonders umstritten war in Klausdorf der Verlust des hauptamtlichen Bürgermeisters, der durch die Reform drohte.
Im Laufe der Diskussionen und Verhandlungen wurde jedoch deutlich, dass eine eigenständige Verwaltung für Klausdorf nicht mehr tragbar war. Die Möglichkeit, von Raisdorf verwaltet zu werden, lehnte Klausdorf ab, da dies bedeutete, dass Klausdorf keinen Einfluss auf die Wahl der hauptamtlichen Bürgermeisterin von Raisdorf hätte. Stattdessen führte Klausdorf Verhandlungen mit dem Amt Schrevenborn, jedoch ohne Erfolg.
Der Weg zur Fusion
Nach langen und schwierigen Verhandlungen änderte sich die Haltung in Klausdorf im Jahr 2007. Am 25. Juni 2007 beschloss der Hauptausschuss, eine Verwaltungsgemeinschaft mit Raisdorf anzustreben, obwohl eine Fusion weiterhin abgelehnt wurde. Doch Raisdorf lehnte diesen Vorschlag am 9. Juli 2007 knapp ab.
In einem entscheidenden Gespräch am 19. Juli 2007 unter der Leitung des Landrats Dr. Volkram Gebel gelang schließlich ein Durchbruch: Die Raisdorfer CDU, die sich bis dahin gegen eine Fusion gestellt hatte, stimmte plötzlich zu. Damit war der Weg für einen Zusammenschluss von Klausdorf und Raisdorf frei.
Die Entstehung der Stadt Schwentinental
Am 1. März 2008 war es schließlich soweit: Klausdorf und Raisdorf fusionierten zu einer neuen Stadt – Schwentinental. Diese wurde in einem Festzelt auf der ehemaligen B76 an der Gemeindegrenze zwischen Klausdorf und Raisdorf feierlich besiegelt, sogar der Ministerpräsident war gekommen!
Die Namensfindung war ein langer Prozess, der in enger Abstimmung mit der Bevölkerung erfolgte. Zunächst fiel die Wahl auf „Schwentinetal“, doch dieser Name wurde als zu sperrig empfunden. Außerdem gab es Vorbehalte, weil dieser Name schon für das Schwentinetal vergeben war. Schließlich setzte sich der Name „Schwentinental“ durch, eine Idee der Raisdorfer Bürgervorsteherin, die ein verbindendes „n“ einfügte.
Mit dem Zusammenschluss gingen wichtige organisatorische Entscheidungen einher. So wurde die Wahl eines neuen Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin beschlossen, die zusammen mit der Kommunalwahl im Mai 2008 stattfinden sollte. Der Gebietsänderungsvertrag vom 17.12.2007, der die Fusion regelte, sah vor, dass die Wahlzeit des neuen Stadtoberhaupts auf sechs Jahre festgelegt wurde.
Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages am 17.12.2007; v. l.: Bürgermeister Gröller, Innenminister Stegner, Bürgermeisterin Leyk, Landrat Gebel
Rückblick und Bewertung
Die Fusion von Klausdorf und Raisdorf war das Ergebnis intensiver Verhandlungen und Kompromisse. Zwar hatte Klausdorf lange auf Eigenständigkeit bestanden, doch letztlich setzte sich die Einsicht durch, dass eine gemeinsame Verwaltung für beide Gemeinden die sinnvollste Lösung darstellte. Die Reform brachte auch finanzielle Einbußen mit sich: Da die Frist der Freiwilligkeitsphase überschritten wurde, verloren die Gemeinden die ursprünglich zugesagte Prämie von 250.000 Euro. Stattdessen gab es eine reduzierte Förderung von 100.000 Euro.
Trotz aller Herausforderungen gelang es, die Fusion erfolgreich umzusetzen. Schwentinental, das nach dem Fluss Schwentine benannt ist, wurde als neue Stadt gegründet und ist heute ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung der Verwaltungsstrukturreform in Schleswig-Holstein.
Peter Dohse
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