12 Altmühlen
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Altmühlen - Der historische Dorfkern
Das bei südlichem Blick vom Zufahrtsweg erkennbare Gehöft heißt „Altmühlen“; aber woher kommt dieser Name? Nichts scheint mehr auf eine Mühle hinzuweisen!
Die ersten Gebäude dieser Hofstelle wurden 1785 im heutigen Dorfkern neben der Stammstelle Schnack an der Schwentine als Klostergut Barsenlagh II abgebrochen und hier wieder aufgebaut. Schon damals wurde dieser Landstrich Altmühlen genannt und gab nun diesem Hof seinen Namen.
Das beantwortet aber nicht den Bezug zu einer Mühle. Wenn man sich umdreht und nach Norden zur Schwentine schaut, kann man eine feuchte breite Rinne in den heutigen Pferdekoppeln erkennen, die bis zu dem nordwestlich gelegenen Reiterverein reicht. Hierbei soll es sich um einen verlandeten ehemaligen Nebenarm der Schwentine handeln. Somit wäre hier der Betrieb einer Wassermühle möglich gewesen.
Die Wissenschaftler legen sich da bis heute nicht fest, unstrittig ist, dass das Kloster Preetz vor 1222 zwei Wassermühlen besaß, die Mühle Wilsow und die Alte Mühle in Clausdorf an der Schwentine.
Wo Mühlen sind, wirtschaften auch Menschen; somit ist anzunehmen, dass einfache Behausungen in diesem Gebiet vorhanden waren. Die in dieser Gegend gefundenen steinzeitlichen Werkzeuge lassen auf eine schon sehr lange Besiedelung schließen.
Am 9.12.1274 verleiht der Lübecker Bischof Berthold dem Kloster das Recht, von den Dörfern Abgaben einzunehmen. Zu diesen erwähnten Dörfern gehörte auch Vruwenhuthe, das ab 1232 Nicolaustorp hieß, das spätere Klausdorf.
Die Neue Mühle ist 1270 an der Schwentinemündung in Wellingdorf nachgewiesen, die spätere Holsatiamühle. In den historischen Dokumenten wird auch ein Mühlenteich erwähnt, es könnte der heute noch im Hof Altmühlen vorhandene Teich gewesen sein.
Die Aufgabe der Alten Mühle führte dann wohl 1444 zur Verlegung der Siedlung durch Landgraf Breyde unter dem Namen Clavestorp zum heutigen Dorfkern an der Schwentine.
Der heutige Hof Altmühlen war bis zum Ende des 1. Weltkrieges klösterliche Pachtstelle und wurde um 1919 mit dem angrenzenden Waldgebiet an die Klausdorfer Siedlungsgenossenschaft Neuland verkauft. Diese veräußerte das Restgut Altmühlen im gleichen Jahr an die Landgemeinde Klausdorf, die den Wald abholzen ließ. Anfang 1920 kaufte Arthur Voß aus Elmschenhagen den Hof, den sein Sohn Franz in den 30er Jahren zu einem landwirtschaftlichen Vorzeigebetrieb entwickelte.
Im 2. Weltkrieg wurde dieser stattliche Hof durch alliierte Bomben schwer beschädigt; schon während des Krieges begann der Wiederaufbau und Franz Voß bewirtschaftete noch Jahrzehnte lang erfolgreich den Betrieb.
Noch heute ist er als Pferdepension in Familienbesitz.
Wilbert Voß
Diese beiden Vorkriegsaufnahmen zeigen das Restgut Altmühlen von Nordost vom Aubrooksweg aus.
Die alte Anordnung der Gebäude des Hofes Altmühlen auf der Karte um 1920. Der heutige Aubrook trägt zu dieser Zeit noch die Bezeichnung "Neuer Weg", da der Ausbau zur Strasse noch in Planung ist.
Großbrand auf Hof Altmühlen am 7.7.1973; das Stallgebäude wurde dabei durch das Feuer vollständig zerstört, da die durchgebrannten Holzbalken nach Ende der Löscharbeiten das Mauerwerk nicht mehr halten konnten. Das direkt angrenzende Wohngebäude der Familie Voß konnte erhalten werden. Auf dem linken Foto sieht man den Einsatzleiter mit Funkgerät, es ist Oberbrandmeister Hermann Lindner, der Klausdorfer Wehrführer.
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