Förderverein für    

Kunst und Kultur sowie 

Kulturhistorische Projekte 

in Schwentinental e. V.

 
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04b Sventana / Wanderweg

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KuKuK_Tafeln-Druck 4b a

Redaktioneller Hinweis:

Wir möchten uns herzlich für die aufmerksamen Hinweise aus der Bevölkerung bedanken. In der oben abgebildeten Informationstafel hatte sich im linken Textblock ein Fehler eingeschlichen. 

Dort stand bislang:
„… die Grenze zwischen dem fränkischen und dem sächsischen Gebiet.“
 

Richtig ist jedoch:
„… die Grenze zwischen dem slawischen und dem sächsischen Gebiet.“

 

Wir freuen uns sehr darüber, wie intensiv unsere Informationstafeln gelesen und genutzt werden. Rückmeldungen – etwa über soziale Medien oder per E-Mail – helfen uns, historische Inhalte weiter zu präzisieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Selbstverständlich prüfen wir jeden Hinweis sorgfältig. Bestätigt sich eine Ungenauigkeit, nehmen wir zeitnah Korrekturen vor.

Während Änderungen auf unserer Homepage unkompliziert und schnell umgesetzt werden können, wie in diesem Fall bei den Informationstafeln 4a, 4b und 11, sind Anpassungen an den realen Kulturpfad-Informationstafeln mit hohen Kosten verbunden und können deshalb nicht sofort vorgenommen werden.

Aufgrund eines Sonderangebotes des Herstellers (Holtenauer Verlag in Oppendorf) wird der Austausch der Tafeln in diesen Fällen doch zeitnah erfolgen! Vielen Dank dafür!

 

 

Wanderweg am heiligen Fluss

Der Wanderweg führt nun auch an die Schwentine, in historischen Zeiten als Grenzfluss zu den slawischen und damit nicht-christianisierten Regionen.

Noch heute finden sich an der Schwentine kleine tiefe Stichkanäle, in denen die Menschen einst ihre Wäsche gereinigt haben.

Alle Lebensgrundlagen fanden diese Menschen am und im Fluß. Wen wundert es, daß sie ihn verehrten und heiligten und somit „Sventana“ = „Heiliger Fluß“ nannten. 

Die Trinkwassergewinnung in Klausdorf befindet sich seit 1906 im Wasserwerk an der Schwentine bei der Oppendorfer Mühle.

 

 

Die Schwentine am Wanderweg in Klausdorf (Foto KuKuK)
Rückseite Gehöft Johannes Schnack vor 1930 (Foto Gerhard Schack)

Nordwestlicher Blick zur Rückseite des Gehöfts Johannes Schnack vor 1930; an der Schwentine sind dort die Findlinge zur Ufer-Befestigung gut zu erkennen. Auch das zum Hof gehörende Backhaus ist rechts hinter den Bäumen schemenhaft zu sehen. 

Das Foto ist etwa vom Standort dieser Info-Tafel Nr. 4b gemacht worden. Heute ist dieser Blick, aufgrund der zunehmenden Ufervegetation, so nicht mehr möglich. 

Das Bild wurde uns freundlicherweise von Gerhard Schnack aus Klausdorf-Dreikronen zur Verfügung gestellt.

Altarm der Schwentine (Foto KuKuK)

Der Altarm der Schwentine an der Rastorfer Mühle lässt die Ürsprünglichkeit eines unregulierten Flusses erahnen.

Sumpfschildkröten sind hier in der Schwentine heimisch

Größere stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Vegetation und überhängenden Ästen sind ihr bevorzugter Lebensraum. Gern sonnt sich das scheue Tier auf aus dem Wasser ragenden Baumstämmen , den Kopf nach oben gerichtet und immer darauf gefasst, im nächsten Moment lautlos unterzutauchen. Im Mai vergräbt das Weibchen bis zu 15 Eier im sandigen oder mulmigen Boden. Das Brüten übernimmt die Sonne. Die Jungen sind so groß wie eine Walnuss, sind sofort selbstständig und wachsen sehr langsam. Ein ausgewachsenes Tier ist etwa 32 cm lang. Den Winter über vergraben sich die Tiere mit ihren scharfen Krallen im moorig-mulmigen Boden und verfallen in Lethargie. Die Nahrung der Schildkröte bilden Wasserinsekten, Schnecken, Würmer, Frösche, Molche und deren Laich und Kaulquappen. Zähne hat die Schildkröte nicht, aber die Kiefer sind mit scharfkantigen Hornschneiden bedeckt, und der Unterkiefer greift in den Oberkiefer, wie die Klinge eines Taschenmessers in die Schale. Da reines Wasser eine der wichtigsten Lebensgrundlagen der Sumpfschildkröte bildet, darf das Auftreten und Verweilen dieses Kleinods hier im Flusse ein wichtiger Hinweis dafür sein, dass sich die Wasserqualität der Schwentine verbessert hat. 

Quelle: Bombor-Fischbeck-Chronik
 

Mit 68 km ist die Schwentine einer der längsten Flüsse unseres Landes. Sie entspringt bei Bergfeld, durchfließt die Holsteinische Schweiz und mündet bei Neumühlen-Dietrichsdorf in die Kieler Förde. Gut zu befahren ist sie mit dem Kanu, so z.B. von Wittmold über Preetz bis zum Rosensee bei Raisdorf heute Schwentinental. 

siehe hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwentine

 

Die hier verlaufende 74 km lange Schusteracht schafft ein umfassendes Wegenetzes für Radfahrer, Wanderer und Reiter durch eine schöne und abwechslungsreiche Landschaft. In Form einer Acht führt dieser Weg vorbei am Preetzer Kloster, dem Gut Rastorf, dem Herrenhaus Bredeneek, den Wasserkraftwerken und anderen kulturhistorischen Denkmälern.

siehe hierzu: https://www.schusteracht.de

 

Stamm der Klausdorfer Mooreiche im Kreismuseum Plön (Foto Heidrun Clausen)
Baumscheibe der Sventana-Eiche

Die  Baumscheibe der „Sventana-Eiche“, die Jahrzehnte lang im Treppenhaus des Bürgerhauses zu besichtigen war, hatte ein Alter von ca. 7000 Jahre. Sie stammt von einer Mooreiche, die 1974 bei Ausschachtungsarbeiten am Hochhaus Seebrooksberg 1 in 5 Meter Tiefe geborgen wurde. Werner Bombor verhinderte seinerzeit den Abtransport des Stammes zur Mülldeponie und meldete den Fund der Wissenschaft.


Der Dendrologe Prof. Dr. Schwabedissen von der Universität Köln stellte im sogenannten C-14- Verfahren fest, daß dieser Baum aus der Zeit 4980 plusminus 70 Jahre v. Chr. stammt. Der Stamm war ca. 6 m lang, hatte einen Durchmesser von 97 cm und enthält 153 Jahresringe. Das untere Stammende wies deutliche Brand- und Beilspuren auf, woraus die Wissenschaftler schlossen, dass der Baum zunächst durch einen Feuerkranz angekohlt und dann durch Steinbeilhiebe zu Fall gebracht worden ist.

 

Prof. Dr. Schwabedissen stellte fest, „Die Mooreiche von Klausdorf stellt das erste Beispiel für die Baumfälltechnik im Mesolithikum (Mittelsteinzeit) dar.“


Das abgebildete Stammende befindet sich heute im Kreismuseum Plön.


Dieser Baum ist gleichzeitig das älteste Zeugnis menschlicher Lebenskultur im Schwentinetal.


Die Menschen, die ihn fällten, waren Jäger, Fischer und Sammler und wollten gewiss einen Einbaum daraus fertigen. Sie jagten Auerwild, Elch, Bär, Hirsch, Reh und Wolf; im Fluß fingen sie Fische, Biber, Ottern, Muscheln und Krebse. In den Auwäldern sammelten sie Nüsse, Beeren, Pilze, Wurzeln und Kräuter sowie Holz für ihre Feuerstellen. Das Wasser der Schwentine trug ihre Einbäume, es diente zum Trinken und Baden. Das Schilf der Uferzone gab ihren Hütten und Höhlen Überdachung und Lagerstätten. Ihre Waffen und Werkzeuge waren primitiv und roh, aus Knochen und Stein.1

 

1 aus dem Klausdorfer Gemeindeboten 5/1989

 

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