Förderverein für    

Kunst und Kultur sowie 

Kulturhistorische Projekte 

in Schwentinental e. V.

 
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22 Portalkran

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KuKuK_Tafeln-Druck 24
 
Der Portalkran auf dem Raisdorfer Bahnhof

Nach den Aussagen von Eisenbahnfreunden hat es in Raisdorf seit 1928 einen Portalkran in einer Ladestraße am Bahnhof gegeben, dieser sollte den Holztransport erleichtern.

Nach bisherigen Recherchen hat es wohl seit 1928 bis zur Außerdienststellung im Jahre 1985 dort drei verschiedene Kranmodelle gegeben. Von den letzten beiden liegen uns Fotos vor.

Der erste Kran war bis etwa Ende der 30er-Jahre im Dienst und wurde dann von einem Modell ersetzt, das auf dem linken Foto von 1942 zu sehen ist. Dieser war auch noch im Jahre 1947 im Betrieb und hatte somit wohl die Luftangriffe des 2. Weltkrieges unbeschadet überstanden.

Den dritten Portalkran können wir ab 1976 nachweisen, er steht heute als Industriedenkmal etwas weiter südöstlich außerhalb des Bahnhofsgeländes.

 

Wilbert Voß

2. Portalkran Raisdorf Bahnhof 1942 (Sammlung Wilbert Voß)

Der 2. Portalkran während des Krieges

Dieses Foto von 1942 zeigt zeigt die Verladung einer Einheit der Marineartillerie.

Portalkran 7.4.1976 (Berthold Hertzfeld)

Der 3. Portalkran auf dem Bahnhof

Auf diesem Fotoausschnitt ist das 3. Kranmodell an seinem Originalstandort im April 1976 zu sehen.

 

 

 

Portalkran heute (Wilbert Voß)

Der 3. Portalkran als Denkmal

Hier sieht man den neuzeitlich lackierten Portalkran als Industriedenkmal an den Gleisen südöstlich vom Bahnhof.

 
Weiteres zum Portalkran

Der historische Raisdorfer Portalkran wurde 1928 errichtet und gilt als ein technisches Denkmal. Er ist im Jahre 2021 vollständig restauriert worden. Wegen der heimatkundlichen Bedeutung für Schwentinental wird er als „Industrieerinnerungsstück“ für spätere Generationen bewahrt werden. Er spiegelt im Rahmen der Erinnerungskultur den Zeitgeist lokaler Bahngeschichte von Schwentinental wieder.1


Die Bahnstrecke Kiel – Ascheberg – Neustadt wurde am 31. 05. 1866 eröffnet. Züge hielten in Raisdorf nur auf Anforderung. Im Jahre 1924 folgte eine Omnibusverbindung als Ergänzung eingerichtet. Im Herbst 1928 folgte in der Ladestrasse ein fester Ladekran, womit die Baumstämme aus dem Klosterforst leichter verladen werden konnten.2  Siehe Gleisplan Raisdorf aus 1898.3

 

1 Kleine Geschichte des Bahnhofs in Raisdorf von Alberto Brosowski

2 ebenda

3 ebenda

 

Haltestelle Raisdorf Gleisplan von 1898

   Haltestelle Raisdorf Gleisplan von 1898 mit der Ladestraße

   Es ist mittlerweile das Kreuzungsgleis hinzugekommen, trotzdem wird die Station weiterhin als Haltestelle bezeichnet. 

 

In der Ausschusssitzung hat der Ausschuss für Stadtentwicklung der Stadt Schwentinental am 11.03.2019 hat auf Anfrage des Vorsitzenden der ehemalige Büroleiter der Gemeinde Raisdorf, Herr Rudi Hahn, auf die Bedeutung des Portalkrans und den Wert als „Industriedenkmal“ im Rahmen einer Erinnerungskultur verwiesen. Es sind aus seiner Sicht nur noch sehr wenige alte Bauwerke / Objekte im Stadtgebiet vorhanden, die an die Bahngeschichte erinnern und wie der Portalkran als historische Ladestraße aufzeigen, dass Raisdorf in den 50er Jahren einen wichtigen Bahn-Verkehrsknotenpunkt zur Verladung darstellte. 


Als Zeitzeuge erinnert sich Volker Sindt an den heutigen Standort. Dorthin versetzt wurde der Kran, als er der Modernisierung des Bahnhofs weichen musste. Dort stand er nämlich über einem Stichgleis. Das wiederum lag dort, wo sich jetzt parkplatzseitig der Niedergang zum Tunnel befindet. Dieses Gleis endete am Güterschuppen, heute noch erkennbar an der bahnsteigseitig gelegenen braunen Doppelflügeltür. Früher wurden auf dieses Stichgleis einzelne Güterwagen geschoben und deren Ladung mit dem das Gleis überbrückenden Portalkran ( daher der Name) auf LKW oder zuvor auf  Pferdegespanne umgeladen.

 

Holger Malterer

 

Bahnhof Raisdorf Gleisplan von 1961

   Bahnhof Raisdorf (Rs) Gleisplan von 1961 mit der Ladestraße

 

 

Der Raisdorfer Bahnhof

Am 31. Mai 1866 wurde die Strecke Kiel – Ascheberg (– Neustadt) eröffnet und auf dieser verkehrten täglich 4 Züge. Alle Züge hielten von Anfang an am Halteplatz in Raisdorf, „aber nur, wenn Passagiere oder Güter oder beides zu expedieren sind.“ Warum nun die Bahn mit einer fast 90°-Kurve um Raisdorf herum geführt wurde,  ist geländetechnischen Gründen geschuldet.  Der Gleisplan kann nur vermutet werden – es dürfte aber ein Ladegleis mit zwei Weichen bereits existiert haben.4

 

Ab 1. Mai 1897 verkehrten bereits 14 Personenzüge am Mittwoch und Sonntag. Auch wird es ein Güterzugspaar Kiel –Ascheberg – Kiel gegeben haben. Zu dieser Zeit hatte Raisdorf rund 450 Einwohner und es waren vier Eisenbahner auf der Station beschäftigt: der Vorsteher, ein Unterassistent und zwei Weichensteller.

 

Ein neues mechanisches Stellwerk wurde 1911 in Betrieb genommen. 

 

4 Kleine Geschichte des Bahnhofs in Raisdorf von Alberto Brosowski

 

Alte Karte Haltestelle Raisdorf

Alte Karte der Haltestelle (H.St.) Raisdorf mit den beiden Bahnwärterhäusern (B.W.) an den Bahnübergängen der Reichsstraße 76. Es ist sehr gut an den vorhandenen Gebäuden zu erkennen, daß sich das Zentrum des damaligen Lebens um den Dorfplatz herum befand.

Raisdorf Bahnhof u. berittene Wehrmacht (Sammlung Wilbert Voß)

Eine berittene militätische Einheit der Wehrmacht macht Rast am Raisdorfer Bahnhof. Es handelt sich um eine Übung vor dem 2. Weltkrieg, die aber das nahende Unheil schon erahnen läßt.

Die zahlreichen Luftangriffe im 2. Weltkrieg resultierten aus der Nähe zum Reichskriegshafen in Kiel. 6 Todesopfer und über 50 Verletzte forderte bei einem folgenschweren Großangriff ein Nahtreffer in die Gleise neben einem haltenden Zug im Raisdorfer Bahnhof am 13. Juni 1943. 

Viele Flüchtlinge am Kriegsende führten zum Anstieg der Einwohnerzahl von Raisdorf auf über 1800, was die Bedeutung der Bahn als Verkehrsmittel erhöhte, da viele Straßen noch unterbrochen waren.


1973 wurden zwei ausgemusterte Personenwagen auf ein zusätzlich verlegtes Gleis gestellt. Sie dienten als „Spieliothek“ für Kinder und Jugendliche. Wegen des schlechten Zustandes wurden sie entsorgt und am 22. Januar 2000 durch einen neuen Personenwagen der DDR-Reichsbahn ersetzt.


Am 14. Dezember 2004 wurde das örtlich bediente Drucktastenstellwerk der Firma Siemens durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt und von Lübeck ferngesteuert. Der Bahnhof ist seitdem ohne Personal, kurz zuvor endete auch der Fahrkartenverkauf am Schalter. 

Heute steht dort ein Automat, dessen Bedienung besonders für Personen, die selten mit der Bahn fahren, nicht selbsterklärend ist.

 

 
Die alten Reichbahnwagen als Spieliothek

Die alten Reichbahnwagen als Spieliothek für die Raisdorfer Jugendlichen. Sie standen in der Nähe vom heutigen Standort des Portalkranes.

Der Siemens-Stelltisch in den 1980er Jahren

Der Siemens-Stelltisch in den 1980er Jahren, links davon die Fernüberwachung für die Blinklichtanlage am Übergang Vogelsang (diese zeigte dem Fahrdienstleiter an, dass dort alles in Ordnung war). 

Bahnhof Raisdorf heute (Sammlung KuKuK)

                                Der Raisdorfer Bahnhof wie er sich heute darstellt; eine moderne Anlage ohne Personal!

 

Die Signalanlage in der Bahnhofstraße Nr. 9

Was macht ein Eisenbahnsignal vor der "Apotheke in Raisdorf" fragten wir uns und suchten die Antwort bei Zeitzeugen. Das Formsignal hat nur einen indirekten Zusammenhang zum Bahnhof, außer, dass es an der Bahnhofstraße steht, berichtet uns Volker Sindt. Bei ihrer Gründung vor ca. 52 Jahren und lange danach war die "Apotheke in Raisdorf" die einzige gewesen. Daher stamme der Begriff "Alleinstellungsmerkmal".  Zunächst war sie in der Straße "Zum See" ansässig, in Höhe des Hochhauses. Sie zog dann 1978 in die Bahnhofstraße; in dem jetzt noch von ihr genutzten Gebäude war damals auch die Polizeistation untergebracht. Diese zog in den 80iger Jahren in die Holstenstraße.  


Der damalige Apotheker Hartwig Kröger sei ein großer Eisenbahnfan gewesen. In seiner Apotheke war nicht nur eine LGB-Gartenbahn zu bestaunen. Ein besonderes Eisenbahngefühl vermittelte ein komplett aufgebautes D-Zug-Abteil, in das sich Hartwig Kröger gern mit Kunden zu Beratungsgesprächen zurückzog. Durch die zugezogene Abteilschiebetür war Diskretion gesichert.

 

Das Formsignal aber nun erhielt er als Geschenk von seinen Freunden aus dem Handels- und Gewerbeverein anlässlich eines Jubiläums.3 

 

3Aus dem Zeitzeugeninterview mit Volker Sindt.

Signalanlage vor Apotheke (Sammlung KuKuK)

 

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