11 Aubrooksweg
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Redaktioneller Hinweis:
In der Info-Tafel vor Ort befindet sich im mittleren Text-Block ein Fehler, die olympische Fackel wurde nicht nach Kiel-Schilksee, sondern nach Kiel-Düsternbrook getragen!
In der oben abgebildeten Info-Tafel ist der Fehler schon korrigiert worden!
Während Änderungen auf unserer Homepage unkompliziert und schnell umgesetzt werden können,
wie in diesem Fall bei den Informationstafeln 4a, 4b und 11, sind Anpassungen an den realen Kulturpfad-Informationstafeln mit hohen Kosten verbunden und können deshalb nicht sofort vorgenommen werden.
Aufgrund eines Sonderangebotes des Herstellers (Holtenauer Verlag in Oppendorf) wird der Austausch der Tafeln in diesen Fällen doch zeitnah erfolgen! Vielen Dank dafür!
Der Sportplatz am Aubrooksweg
Der Aubrooksweg war nach dem 1. Weltkrieg zunächst nur ein Fußweg von der Dorfstrasse zum Wasserwerk, der nach und nach dann zu einem Fahrweg und letztlich zu einer Strasse ausgebaut wurde. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde sie offiziell als "Aubrook" bezeichet.
Den Anfang des Aubrooks als Zentrum des Klausdorfer Sports bildete 1925 die Errichtung des ersten Sportplatzes.
Am Mittwoch, den 12. August des Jahres 1925 beschloss die Klausdorfer Gemeindevertretung zu später Stunde zum Tagesordnungspunkt Nr. 7, dem neu gebauten Sportplatz einen Namen zu geben. Er sollte nach dem Gemeindevorsteher Heinrich Bröckers wegen seiner mit dem Bau des Platzes verbundenen besonderen Leistungen "Heinz-Bröckers-Platz" heißen.
Nach Gründung des "Turnverein Klausdorf an der Schwentine" im Jahre 1916 wurde dieser Platz zehn Jahre später, im Juni 1926 mit einem großen Sportfest eingeweiht.
Nach der Gleichschaltung des Sports durch die Nationalsozialisten ab 1933, konnte der Vereinssport in Klausdorf sich nicht mehr frei entwickeln.
Carl Diem, Generalsekretär des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele von Berlin 1936, konnte die Idee seines Freundes, dem jüdischen Archäologen Alfred Schiff, einen Staffel-Fackellauf durchzuführen, bei der damaligen Staatsführung durchsetzen.1
Unter den Athleten, die 1936 das olympische Feuer laufenden Fußes Richtung Kiel-Hindenburgufer (genauer: von der Bäckerei Mowinkel in Raisdorf bis zur Gemeindegrenze nach Elmschenhagen) brachten, waren mit Friedrich Wilhelm (Fritz) Arriens und Karl-Heinz Schnoor auch zwei Klausdorfer Top-Sportler. Arriens, damals einer der besten deutschen Speerwerfer, Diskuswerfer und Kugelstoßer, war kein langes Leben beschieden: Er fiel als Soldat am 23. Juni 1941 an der Ostfront und wurde nur 32 Jahre alt. Anders ausgedrückt: Er starb als Opfer einer Diktatur, an dessen Propaganda-Maschine er selbst mit dem Olympia-Feuer ein kleines Rädchen gedreht hatte.
Das Plakat mit Aufruf des Bürgermeisters Kurt Loesch zum Aufräumen des Sportplatzes ab 27.7.1947
Erst im Jahre 1947 mit der Neugründung des „Turn- und Sportverein Klausdorf“ konnte der Sport wiederbelebt werden. Bald danach wurde der im Krieg zerstörte Fußballplatz wieder hergestellt.
1961 steht mit der Einweihung der Schulturnhalle erstmals eine feste bauliche Sport- und Spielstätte für die Klausdorfer Sportlerinnen und Sportler zur Verfügung. 1965 wird als Ergänzung neben der Schulturnhale ein Lehrschwimmbecken errichtet, das Klausdorfer Kindern und Jugendlichen (später auch Erwachsenen) ermöglicht, Schwimmen zu lernen.
Mit der Schulerweiterung 1970 musste der Sportplatz ein Stück nach Osten verlegt und dadurch neu errichtet werden. Im August 1971 konnte die neue Sportanlage zusammen mit einer modernen Kunststofflaufbahn sowie einer Wurf- und Sprunganlage eröffnet werden. Im gleichen Jahr übergab die Gemeinde Klausdorf das Sportheim (heute Sitz der Geschäftsstelle des TSV Klausdorf) an den TSV für die Weiterentwicklung seiner Jugendarbeit.
1 www.spiegel.de/geschichte/olympia-1936-a-947704.html
Ende der 1960er Jahre findet noch ein Reitturnier auf dem Sportplatz statt. Heute undenkbar, niemand würde den kostbaren Rasen so einer Belastung aussetzen.
Die Sportanlagen am Aubrook
Der steigenden Bedeutung des Vereinssports zusammen mit einer in den 70er Jahren immer wichtiger werdenden Aufwertung des Sports als wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsvorsorge trug die Gemeinde 1976 durch die Planung einer auch für den Sport nutzbaren Mehrzweckhalle Rechnung. Insbesondere steigende Mitgliederzahlen des TSV machten diese Erweiterung notwendig, die im April 1977 mit der Fertigstellung der "Schwentinehalle" ihren Abschluss fand. Auf Initiative der Abteilung für Sportliches Schießen im TSV wurde im Keller der neuen Halle zusätzlich eine Schießsportanlage eingebaut. Hinter der Schwentinehalle entstand in der Folge ein Ascheplatz (Grandplatz) für den Trainingsbetrieb der Fußballer.
Das heutige Aussehen erhält die Sportanlage am Aubrook durch den Umbau des Grandplatzes zu einer modernen Kunstrasenplatzanlage im Jahre 2013. Hinzu kam kurze Zeit später der Sprecherturm auf dem Hang zwischen dem oberen Rasen- und dem unteren kunstrasenplatz in Eigenleistung der Fußballabteilung.
Der TC Klausdorf
Integraler Teil der Sportanlagen Aubrook sind ebenso die Spielplätze des Tennis-Club Klausdorf. Dieser wurde als "Fördergemeinschaft Tennis im TSV Klausdorf" 1971 gegründet und bereits 1972 wurden die ersten vier Tennisplätze auf dem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Gelände nördlich des Sportplatzes errichtet. 1974 wird das Tennisheim eingeweiht und in der Folge wird 1979 die Tennishalle errichtet. Im Zuge dieser Errichtung löste sich die Fördergemeinschaft Tennis aus dem TSV und wurde unter dem Namen "Tennis-Club Klausdorf" ein eigenständiger Verein.
Das Gelände rund um die Schwentinehalle steht heute vorwiegend dem Sport zur Verfügung. Der TSV Klausdorf war 2023 mit 2300 Mitgliedern einer der größten Sportvereine im Lande.
Dr. Jürgen Müller (ehem. Vorsitzender d. TSV Klausdorf)
Die Kate auf dem Auberg
Die Ritzebek fließt in der Senke am Wanderweg verrohrt unter dem Aubrook und dann wieder offen zur Schwentine. Auf der südlichen Straßenseite bildet sie zwei kleine Seen, die schon als Fischteiche vom Kloster Preetz genutzt wurden.
Zwischen diesen Teichen und dem weiter östlichen Mobilfunkmast wurden bei Grabungen steinzeitliche Werkzeuge gefunden, die eine frühzeitliche Besiedlung belegen.
Die Anhöhe an der linken Strassenseite ist der Auberg, dort oben stand früher eine Kate, die 1895 abgebrannt ist. Danach wurde dort ein Steinhaus als "Deputathaus" des Klosters gebaut.
Die Arbeitern des Gutes Altmühlen nutzten es als Unterkunft, so auch Johann Boller und seine Familie, der später als Ausrufer und Nachtwächter in Klausdorf tätig war.
Das Haus der Familie Baade auf dem Auberg; es handelt sich hier um ein Gemälde des Klausdorfers Leo Ryschka, das heute im Besitz von Wolfgang Baade ist.
1947 hat das Ehepaar Baade im bestehenden Gebäude die Gaststätte "Zur Aukate" eröffnet.
Auch die "Oppendorfer Mühle" wurde bereits wieder als Gaststätte betrieben, deshalb bekam Henny Baade keine Schankkonzession.
Somit war sie anfangs nur eine Speisegaststätte, da beide Betriebe zu dicht zusammenlagen.
Die Spaziergänger auf dem Weg zur Oppendorfer Mühle sorgten dann für reichlich Betrieb.
Dort war eine Art "Umschlagplatz" für Sportboote, die mit einachsigen Wagen zum Rosensee und zurück gebracht wurden. Der Pächter dort wohnte in einer Baracke auf dem heutigen Parkplatz, in der er auch seine Gastwirtschaft betrieb.
So wurde am 24. September 1950 die Konzession doch noch erteilt und damit war nun auch die "Aukate" Vollgaststätte, was mit einer Art Neueröffnung angekündigt wurde.
Später wurde die Gaststäte dann in "Zum Auberg" umbenannt und eine Terasse angebaut.
Sie war einbeliebter Anlaufpunkt auch für die Klausdorfer, die dort gerne zusammen kamen. Es war die Zeit nach dem Krieg, wo die Menschen wieder Leben mit feiern und tanzen nachholen wollten.
Nach dem Tod von seiner Frau Henny im Jahre 1969, hat Albert Baade die Gastwirtschaft noch einige Zeit weitergeführt, bis er sie aus Altersgründen dann schließen musste. Er starb 1972, Nachfolger gab es nicht, und somit war die Geschichte dieser beliebten Gaststätte nun zu Ende.
Aber noch heute bewohnt der Sohn Wolfgang Baade das gemütlich Haus mit seiner Frau.
Holger Malterer u. Wilbert Voß
nach einem Zeitzeugeninterview mit Wolfgang Baade
Die Gaststätte "Zum Auberg" und der Aubrook, der mit Gäste-Autos vollgeparkt ist, im Herbst um 1965.
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