Förderverein für    

Kunst und Kultur sowie 

Kulturhistorische Projekte 

in Schwentinental e. V.

 
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05 Höfe am Dorfplatz

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Klausdorfs Entwicklung ist geprägt durch seine Höfe

 

Die Kolonialisierung und die damit verbundene Erschließung des Naturraumes erfolgte über das Kloster Preetz. Grund und Boden gehörten dem Kloster und wurde an freie Klosterbauern als Hufen zur Bewirtschaftung abgegeben. Hierfür wurde der „Zehnte“ –Teile der Erträge abgeführt und die Leistung von Hand- und Spanndiensten verpflichtend. Das Kloster Preetz wurde 1211 unter dänischer Herrschaft in Holstein als ein Benediktinerinnenkloster gegründet.1

 

Vom Mittelalter bis zur Industriealisierung um 1890 z.B. mit Erfindung der Dampfmaschine und Entwicklung zur Massenproduktion war unsere Gesellschaft durch die Landwirtschaft geprägt. Ein Bauernhof, Hufe genannt umfasste 7 bis 15 Hektar, um die Bedürfnisse einer Familie zu befriedigen. In Klausdorf wohnten in der Zeit von 1224 bis 1800 immer zwischen 12 und 14 Familien. Neben den Bauern gab es den Schmied, den Stellmacher, der Wagenräder für Fuhrwerke und Kutschen herstellte; den Müller, den  Käser, den Bäcker, den Pantoffelmacher, den Schuhmacher und den Höker als Händler.1

 

Vor den Gehöften Schnack Dorfplatz Nr. 2 und Bluhm Dorfplatz 11 befinden sich zwei Gedenksteine, 

in die Buchstaben und Zahlen eingemeißelt sind. Sie sind vom Chronisten Werner Bombor erstellt worden und sollen an Klausdorfs Geschichte erinnern.

 

Diese Gedenksteine, die ja bereits aus der Eiszeit stammen, haben den Vorzug, dass sie noch einmal das gleiche Alter überstehen und Zeugnis geben aus Klausdorfs Vergangenheit, so Werner Bombor.

 

Gedenkstein Hof Schnack (Foto KuKuK)

Der Stein vorm Gehöft Schnack hat die Inschrift: "1444 Klosterhufe Barsenlagh - Ritter Wulf Breyde - Ab 1754 Familie Schnack"

Gedenkstein vor Hof Bluhm (Foto Wilbert Voß)

Der Stein vorm Gehöft Bluhm hat die Inschrift: „1444 - 1912  Klösterliche Bauernvogt-Hufe“

 

Auf der Bauernvogthufe lebte der jeweilige Bauernvogt während der Zugehörigkeit Klausdorfs zum Kloster Preetz. Das Amt war vererbbar und ging auf den ersten Sohn über. Der Vogt war der Verbindungsmann zum Kloster und sorgte für die Durchführung der klösterlichen Anordnungen.1

 

Nach dem Hufner Först 1912 die Bauernvogthufe an den Makler Maak aus Heide verkauft hatte, wurden Scheune und Kuhstall abgebrochen. Das Wohnhaus brannte 1913 ab.

Danach übernahm Landwirt Johann Ohm das Gelände, baute neue Gebäude und betrieb einen Kohlenhandel. 1952 kaufte Walter Bluhm die Hofstelle und handelte dort mit Brenn- u. Baustoffen. Seine Nachfahren leben noch heute auf dem Grundstück.

 

Bauervogthufe Först um 1910 (Foto Sammlung KuKuK)

Das Foto links zeigt die Bauernvogt-Hufe im Winter um 1910. Im Vordergrund steht Bauernvogt und Gemeindevorsteher Friedrich Christian Först mit seiner Familie. Links und rechts neben ihnen stehen die Bediensteten mit den Pferden des Betriebes. Wenige Jahre später waren diese stattlichen Gebäude aus dem Ortsbild verschwunden.

Wohnhaus Ohm Dorfplatz Nr. 11 um 1940 (Foto Familie Bluhm / Nils Zilske)

Das Wohnhaus von Landwirt Johann Ohm um 1940, das Haus steht noch heute auf dem Grundstück der ehemaligen Bauernvogt-Hufe am Dorfplatz Nr. 11

 

 

Als Fundamente für alle seine im Dorfe erbauten Höfe verwandte Ritter Breyde Gletschersteine (Findlinge), die in riesigen Mengen im Schwentinetal vorkamen. Selbst die westliche Ufermauer an der Schwentine beim Hoch Schnack dürfte von Breyde gesetzt worden sein. Der über mannshohe Dolmenstein mit der Inschrift wurde bei der Feldarbeit von Johannes Schnack freigelegt und später auf dem Hof aufgestellt.

Die Familie Schnack kam 1754 in den Besitz dieses Gehöftes, als der „Häuersmann Joachim Schnack das Klostergut für 1200 Thaler auf 10 Jahre Pachtzeit erwarb“, wie es in der Klosterurkunde lautet. Seit dieser Zeit ist die Familie Schnack hier ununterbrochen ansässig und hat immer starken Einfluss auf die Entwicklung Klausdorfs genommen. Kirchenjuraten, Kirchenvorsteher, Ortsvorsteher, Gemeindevorsteher, stellv. Amtsvorsteher, Bauernvorsteher, Brandmeister, Schöffen und weitere Ehrenämter, wie sie im kommunalen Leben benötigt wurden, trugen den Namen Schnack.1

Gehöft Johannes Schnack vorm 2. Weltkrieg (Foto Christian Schnack)

Rückansicht Gehöft Johannes Schnack vorm 2. Weltkrieg; an der Schwentine sind die Findlinge zur Ufer-Befestigung gut zu erkennen.

Familie Johannes Schnack mit Bediensteten (Foto Sammlung KuKuK)

Landmann Johannes Schnack (3ter v. links) mit Familie und Bediensteten zum Abschluß der Ernte vorm Krieg

Gehöft Schnack 1989 nach dem Brand (Foto Sammlung KuKuK)

Das 1989 abgebrannte Stallgebäude auf dem Hof Schnack, das während des Bombenkrieges schon einmal schwer beschädigt wurde.

Dorfplatz am Ehrenmal, Blick z. Wiesenhörn mit Stellmacherei Bartsch vorm Krieg (Foto Sammlung KuKuK)

Dorfplatz am Ehrenmal, Blick z. Wiesenhörn mit Stellmacherei Bartsch vorm Krieg

Die Stellmacherei Bartsch am 19.7.1936 (Foto Sammlung Wilbert Voß)

Familie Bartsch vor ihrer Stellmacherei Dorfplatz Nr. 1 am 19.7.1936, Blick vom Hof Schnack

Die zerstörte Stellmacherei Bartsch im Jahre 1945 (Foto Sammlung Wilbert Voß)

Innenansicht der durch alliierte Luftangriffe zerstörte Stellmacherei Bartsch im Jahr 1945, sie wurde nicht wieder aufgebaut. Heute steht dort am Weg zur Badestelle an der Schwentine ein modernes Wohnhaus.

Der Dorfteich zugefroren, h. Hof Schnack u. links Haus Bartsch um 1960 (Foto Rita v. Malottki)

Der Dorfteich ist um 1960 zugefroren, Kinder befreien die Eisfläche vom Schnee um mit Schlittschuhen zu laufen. Dieses ist nach Umgestaltung des Dorfplatzes mit Schaffung einer Flachwasserzone heute kaum noch möglich! Die Uferzone ist völlig zugewuchert, so dass die Wasserfläche kaum noch sichtbar ist.

Hinten der Hof von Johannes Schnack, an der Stelle, wo einst das stattliche Altenteilerhaus stand, wurde nach dem Bombenkrieg das im Vordergrund sichbare Behelfsheim errichtet. Etwas später wurde es durch ein Einzelhaus ersetzt.

Hinten links das neue Wohnhaus von Stellmacher Hinrich Bartsch, der nun seiner Tätigkeit in Raisdorf nachging.

 

1 Diese Informationen entstammen der Chronik von Werner Bombor und Artikeln des  Gemeindeboten. Die Bilder stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus dem Archiv KuKuK.

 

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