01 Wegscheide Klausdorf
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Stein "Clausdorfer Wegscheide 1848"
Der Klausdorfer Weg ist die Hauptverbindungsstraße von Ellerbek nach Klausdorf in der Stadt Schwentinental, als auch über den Ellerbeker Weg in den Kieler Stadtteil Elmschenhagen.
Die heutige Klingenbergstraße trifft von Klausdorfer Seite aus an der Grenze zu Kiel auf den Klausdorfer Weg, bis zum 25.2.1935 hieß sie noch Ellerbekerweg (andere Schreibweise).
Der Klausdorfer Gemeinderat hatte sich mit der Stadt Kiel auf die Umbenennung geeinigt, da es immer wieder zu Verwechselungen kam.
Dieser historische Grenzstein befindet sich an der Grenze, der die ehemaligen Territorien Klausdorf und Wellingdorf trennt.
Beim Bau des Ostfriedhofes 1909 wurde er in die Erdstützmauer eingebaut; wie die Klingenbergstraße und der Klausdorfer Weg 1975 ausgebaut wurden, kam er auch wieder in die neue Mauer.
Die Bedeutung dieser Steine, die in vielen Gemeinden stehen, ist vielen Historikern unbekannt. Auch über die Bedeutung des Hufeisens wird spekuliert.
Geschichte und Bedeutung
Der Klausdorfer Weg ist schon 1789 auf der „Topographisch Militärischen Charte des Herzogtums Holstein“ (rechts) von Major Gustav Adolf von Varendorf eingezeichnet. 1878 taucht er erstmals im Kieler Adressbuch als Straße auf.
Es war ein früherer Feldweg von Ellerbek nach Klausdorf.
Das Kloster Preetz hatte 1845 die Unterhaltung der Wege seinen einzelnen Dörfern übertragen.
Dabei kam es zum Streit zwischen Klausdorf und Wellingdorf über den jeweiligen Zuständigkeitsbereich; durch diesen Grenzstein wurde diese Grenze 1848 dann festgelegt.
Die Kreis- u. Gemeindegrenze am Ostfriedhof heute
Die Gemeinde- und Kreisgrenze zu Wellingdorf verläuft dort von Süden aus über die Klingenbergstraße, wo sich der Grenzstein in der Mauer befindet.
Weiter dann etwa auf halber Strecke quer über die Friedhof-Allee und schließlich durch eine östliche Senke, die auf einen früheren Graben hindeutet.
Kurz gesagt, der südöstliche Teil dieses Kieler Friedhofes liegt auf Klausdorfer Gebiet;
oder praktisch ist im Friedhofsbürogebäude der Schornsteinfeger aus dem Kreis Plön zuständig, und für die Kapelle ein Kieler Kollege.
Der Bombenkrieg in der oberen Klingenbergstraße
Der Bereich um den Ostfriedhof wurde während des 2. Weltkrieges sehr schwer von englischen und amerikanischen Spreng- und Brandbomben getroffen.
Dieser Umstand ist mit der Nähe zu den Schiffbauwerfen auf dem Kieler Ostufer zu begründen, denen diese Angriffe galten.
Nahezu alle Gebäude wurden schwer beschädigt oder sogar vollständig zerstört.
Hier einige Beispiele:
Klingenbergstr. Nr. 2 Friedhofsverwaltung, Blick vom Rundweg aus; im Hintergrund Haus Nr. 7.
Heute stehen auf dem Grundstück Nr. 2 andere Gebäude.
Klingenbergstr. Nr. 4 Kargel und vorn die Trümmer von Nr. 6 Lieber u. Ryschka, seitliche Sicht v. Ost.
Das Haus Nr. 4 wurde repariert, Nr. 6 ist heute ein neues Haus.
v. l. : Häuser Klingenbergstr. Nr. 10 Klempien; Nr. 12 Bock, Fahnert; Nr. 14 Klukowski, Schnack, Nr. 16 Hellmann, Kopp, Rhode.
Heute haben die Häuser die Nrn. 12 - 18.
Klingenbergstr. Nr. 14 Klukowski, Schnack; Rückseite mit zerstörtem Hintergebäude.
Heute hat das Haus Nr. 14 die Nr. 16.
Die Gaststätte "Zur Grenze"
Sie macht wahrlich kein schönes Bild, diese zerstörte „Gastwirtschaft zur Grenze“ in kahler, kriegslöcheriger Umgebung. Der Restaurantbetrieb von Wilhelmine Beckendorf im Haus Klingenbergstraße Nr. 1 stand auf dem Hügel, der Klausdorf vom Kieler Stadtteil Wellingdorf trennt, und gehörte zu den Traditionsgaststätten des Dorfes. Direkt gegenüber dem Ostfriedhof gelegen – der im Übrigen nicht allein auf Kieler Gelände, sondern zu einem kleinen Teil auch auf Klausdorfer Gemarkung liegt –, war die „Grenze“ beliebte Einkehr,
etwa für Friedhofsgäste, Vereine und die Pendler-Passanten zwischen dem Kreis Plön und der Landeshauptstadt Kiel.
Die Gastwirtschaft wurde nach dem Kriege wieder aufgebaut und existierte bis Anfang der 90er-Jahre. So hielt etwa die Gemeinnützige Heimstätten-Genossenschaft, die heutige Wohnungsbau-Genossenschaft Kiel-Ost, wiederholt den Richtschmaus für ihre Reihenhaus-Neubauten an der Kammerkoppel in der Gaststätte „Zur Grenze“ ab.
Der Ostfriedhof
Der Ostfriedhof wurde im Jahr 1909 von der Bugenhagen-Kirchengemeinde als Friedhof für die Gemeinden Ellerbek und Wellingdorf angelegt. An dieses Ereignis erinnert heute der Gedenkstein im Eingangsbereich der Kapelle.
1940 übernahm die Stadt Kiel das direkt an der Stadtgrenze liegende Friedhofsareal, das nach dem Ende des zweiten Weltkriegs um das Doppelte vergrößert wurde.
Die Kapelle in ihrer heutigen Form wurde in den Jahren 1952/53 erbaut. Sie steht an der Stelle des Vorgängergebäudes aus dem Jahr 1914, das während des 2. Weltkrieges durch Bomben zerstört wurde. Auffällig ist ihr moderner Glockenturm, der räumlich vom Kapellengebäude getrennt errichtet wurde. (siehe unten)
Holger Malterer
Das Denkmal für den 1. Weltkrieg auf dem Ostfriedhof
Auf dem Gelände des über 100 Jahre alten Ostfriedhofs befindet sich das Kriegerdenkmal, das an die Opfer des 1. Weltkrieges 1914-18 erinnert.
Es zeigt marschiernde Soldaten, die erhaben aus dem massiven Stein herausgearbeitet wurden.
Dieses Ehrenmal steht heute auf der Liste der Kulturdenkmale in Kiel-Wellingdorf.
Unterhalb des Ehrenmals liegt der Gedenkstein mit der Inschrift:
"Den Opfern von Krieg, Verfolgung und Vertreibung"
Aus der Geschichte des Glockenturmes auf dem Ostfriedhof
Viele Familien vermissten lange Jahre auf dem Ostfriedhof Glockengeläut bei Beerdigungen. Daraufhin hat der Kirchengemeinderat der Andreasgemeinde beschlossen, sich um einen Glockenturm zu kümmern. Da aber im Haushalt der Kirchengemeinde keine Mittel zur Verfügung standen, mussten sie sich um Spenden bemühen. Die Stadt Kiel stellte als ihren Beitrag Architekt Häusler vom Hochbauamt zur Verfügung. Mit seinen vielen Kontakten zu Baufirmen konnte dieser etliche Firmen dazu gewinnen, an der Errichtung des Glockenturmes mitzuwirken und ihre jeweilige Arbeitsleistung dafür zu spenden. Auf diese Weise wurden 100.000,- DM gespendet. So mussten nur noch Spenden für die Bausachkosten gesammelt werden und es kamen in kurzer Zeit die benötigten 44.444,- DM zusammen.
Die Lehrlinge in den Ausbildungswerkstätten von HDW fertigten als ihr Lehrlingswerk das weiße Rohrgestell zur Aufhängung der Glockenstube. Es war für sie eine große Freude, dass ihr Lehrlingswerk so erhalten bleibt. Malermeister Ehricht sorgte für den passenden Anstrich. Desweiteren danken wir folgenden Firmen für ihren Beitrag: Howaldswerke Deutsche Werft AG; Deuer Korrosionsschutz; Büfa-Farben; Bautischlerei Schiffke; Rolf Kleinfeld Metalleindeckung; Schlosserei Grothkopp; Solterbeck Baugesellschaft mbH; Transporte, Gerüstbau Vogel; Kreutzberger Arbeitsbühnen; Ingenieurbüro Lage; Landeshauptstadt Kiel mit Hochbauamt, Grünflächenamt, Feuerwehr; Krupp MaK Maschinenbau GmbH.
Die Glocke stammt aus Praust bei Danzig. Sie sollte im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden und stand schon mit vielen anderen in Hamburg. Aber am Ende des Krieges wurde das Hochofenwerk in Hamburg durch Bomben zerstört und so blieben 15.000 Glocken von 84.000 abgegebenen erhalten. So hängt diese Leihglocke der deutschen Evangelischen Gemeinde in Praust jetzt bei uns auf dem Ostfriedhof.
Am 22. Juni 1993 fand um 19:00 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst zur Einweihung des Glockenturmes auf dem Ostfriedhof statt unter Beteiligung der Andreas-Kirchengemeinde Wellingdorf, der Bugenhagen-Kirchengemeinde Ellerbek, der Philippus-Kirchengemeinde Klausdorf und der katholischen St. Josef-Kirchengemeinde Kiel.
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