Förderverein für    

Kunst und Kultur sowie 

Kulturhistorische Projekte 

in Schwentinental e. V.

 
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10 Schule / Jugendhaus

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KuKuK_Tafeln-Druck 11

Bronze-Plastik "Rollschuhläufer"

Auf dem Schulhof der Klausdorfer Schule steht seit 1974 der von Bildhauer Karlheinz Goedtke geschaffene Rollschuhläufer. Zuerst stand er vor der Glasfront der Turnhalle, später erhielt er, im Rahmen der Schulhofumgestaltung, seinen heutigen Standort.

Zunächst als Volksschule für 9 Schuljahre nach dem Krieg gegründet, wurde sie später zur Grund- und Hauptschule. Die Zeiten ändern sich: Heute ist die „Astrid Lindgren-Schule" eine reine Grundschule, außerdem ist hier derzeit noch die DRK-Kita "Pippi-Lotta" und das Jugendhaus. 

Rollschuhläufer
Einweihung des Rollschuhläufers am 26.5.1974 an der Turnhalle (Archiv KuKuK)

Einweihung des Rollschuhläufers am 26.5.1974 an der Turnhalle zur 750-Jahrfeier von Klausdorf.

Der Schulhof zu den Klausdorfer Tagen 1978, hinten der Rollschuhläufer (Archiv KuKuK)

Der Schulhof vor der Umgestaltung zu den Klausdorfer Tagen 1978, hinten der Rollschuhläufer.

Rollschuhläufer nach der Schulhofumgestaltung 1983 (Archiv KuKuK)

Der Rollschuhläufer nach der Schulhofumgestaltung 1983 am neuen Platz. Bei dieser Baumaßnahme wurde der Sockel beschädigt und mußte erneuert werden.

Vom Sportplatz zum Barackenlager, und danach Schulhof

 

Im Bereich des heutigen Schulhofes befand sich seit 1926 der neue Sportplatz in Klausdorf. Er wurde Heinz-Bröckers-Platz genannt, zu Ehren des ehem. Bürgermeisters von 1919-1933. Er wurde mit einem Fußballspiel Kiel-West gegen Kiel-Ost eingeweiht. Das Ergebnis ist nicht überliefert, dafür ein tragisches Unglück. Nach der hitzigen Sommerpartie wollten sich die Spieler in der Schwentine abkühlen. Dabei erlitt ein Aktiver einen tödlichen Herzschlag.

 

Die Nationalsozialisten nannten ihn dann nach 1933 in Horst-Wessel-Platz um.

Ab Mitte 1941 wurden dort Baracken für eine Transporteinheit der Kriegsmarine errichtet. Später kamen noch, bedingt durch die Bombenangriffe, ausgelagerte Werkstätten des Marinearsenals dazu, in denen auch Zwangsarbeiter eingesetzt wurden.

 

Nach Kriegsende wurden die Baracken als Notunterkünfte für Klausdorfer Bürger und Flüchtlinge genutzt. Eine Baracke, die parallel zum Aubrook stand, wurde als Schulbaracke verwendet, da alle Klausdorfer Schulen zerstört waren. Der Sportverein beseitigte dann in Eigenleistung Betonfundamente des Lagers um wieder den Sportbetrieb aufzunehmen.

Nach Errichtung des Schulgebäudes mit Schulhof im Jahr 1949 , sowie 1961-65 noch der Bau von Turnhalle und Lehrschwimmbecken, wurde der Sportplatz immer weiter nach Osten verlegt, bis hin zum heutigen Standort am TSV-Sportheim.

 

Wilbert Voß

 

Schulbaracke m. Lehrern Rathjen, Enoch, Frl. Kohn, Klautke 9.48 (Archiv KuKuK)

Hinten links die Schulbaracke; vorn die Lehrer v. l.: Rathjen, Enoch, Frl. Kohn und Klautke im Sept. 1948

Schulhof in den 1950er Jahren (TSV-Archiv)

Nach dem Schulneubau 1949 finden auch wieder Fußballspiele vor Zuschauern auf dem als Sportplatz genutzten Schulhof statt, hier in den 1950er-Jahren.

Neuer Schulhof

 

"Dann verdrücken wir uns doch aufs Klo" war der Spruch der älteren Schulkinder 1972, wenn sie an die Pausen auf ihrem unwirtlichen und unfallträchtigen Schulhof dachten. In diesen Jahren wurden europaweit neue Konzepte zur Schulhofgestaltung geplant und durchgeführt. Der Schulhof sollte eine Erholung für Kinder und Lehrer bringen. Durch diese neue Pädagogik erarbeitete 1981 eine ehrenamtliche Gruppe von Eltern und der Lehrerschaft einen Plan zur Umgestaltung des Schulhofes. Die gemeinsamen Überlegungen setzte die Architektin Kirsten Breindl in Zeichnungen und Modell um; z.B. wurden die Betonflächen beseitigt.

Ab 30. März 1982 wurden die Betonflächen beseitigt und anschließend ein Forum mit Sitzbänken und Sandboden von der Klausdorfer Firma Hans Langmak errichtet, umringt von einem bewachsenen Erdwall. Jedes Schulkind konnte eine eigene Pflanze in den Wall pflanzen unter Leitung des Klausdorfer Gärtners Jochen Petersen. Er pflanzte große Bäume unter denen die Kinder auf neuen Sitzbänken im Schatten die Pausen verbringen konnten. Bei schönem Wetter fand später der Unterricht einzelner Klassen im Forum statt. Die Schulkinder und ihre Eltern beteiligten sich durch Eigenleistungen an der Verwirklichung des Schulhofes. Ein großes Einweihungsfest beendete diese ehrenamtliche Aktion.

Schule mit Schulhof um 1966 (Foto Rita v. Malottki)

Die Schule und der Schulhof um 1966; im Vordergrund der noch unsanierte Sportplatz.

Firma Hans Langmak beim Umbau des Schulhofes 1982 (Archiv KuKuK)

Die Klausdorfer Firma Hans Langmak beim Bau des Forums auf dem Schulhofes im Jahre 1982.

Das selbstverwaltete Jugendhaus

 

Die Jugendlichen haben sich ihr Jugendhaus durch zähe Verhandlungen mit den Gemeindevertretern und durch Demonstrationen erkämpft. Durch Umbau und Umnutzung des alten Schulgebäudes sollte das erste selbstverwaltete Jugendhaus in Klausdorf verwirklicht werden.

Bürgermeister Rainer Schliemann, der Jugendpfleger Peter Braumöller und die Architektin Kirsten Breindl hatten die Idee, die Jugendlichen in die Gestaltung und Ausführung einzubeziehen.

Dadurch sollte eine starke Bindung an das Jugendhaus "Neue Heimat" erzeugt werden, sowie das Verantwortungsgefühl für das gemeinsame Haus und dessen Bewirtschaftung und Nutzung gestärkt werden.  Die Besonderheit dieses Jugendhauses bestand darin, dass freie Jugend (AKJ) und Verbandsjugend (DRK, AWO, VoNa, Spieliothek) hier unter einem Dach ihre neue Heimat finden sollten. Ein Jugendbauausschuss mit je zwei Vertretern der beteiligten Gruppen sowie mit dem Jugendpfleger und der Architektin begann mit der gemeinsamen Planung. Die Jugendlichen lernten dabei demokratisches Verhalten.

 

Die Schulleitung sah durch sinkende Schülerzahlen möglichen Leerstand von Räumen voraus.

 

Die Vorplanung und die Baudurchführung begann 1982. An den Wochenenden fanden sich bis zu 50 Jugendliche ein, um Eigenleistungen durchzuführen. Die eigentliche Arbeit der Selbstverwaltung begann dann für alle Jugendlichen mit Seminaren, Planung von Veranstaltungen, Ideenkatalog und Verantwortung.

Die feierliche Einweihung fand im Mai 1984 statt.

Das Jugendhaus im alten Schulgebäude (Foto KuKuK)

Das Kinder- und Jugendhaus im Gebäude der alten Schule im Juli 2023 nach der Sanierung.

 

In dieser Zeit wurde auch der Stadtvertretung klar, dass entgegen aller früheren Prognosen, der Platzbedarf der Astrid-Lindgren-Schule immer weiter anstieg. Nun war das alte Schulgebäude aber seit Jahrzehnten umgebaut, und auch die DRK-Kindergarten Pippi-Lotta benutzt Räume in einem anderen Gebäudeteil der Schule.

Eine im Raume stehende Lösungsmöglichkeit soll nun die Bebauung der links neben der Schule liegenden Koppel sein; womit der einzige freie Blick vom Ortskern Klausdorfs ins Schwentinetal verloren ginge.

 

Hier stellt sich die Frage, ob die Fremdnutzung von Schulgebäuden eine gute zukunftsorientierte Lösung ist, insbesondere wenn sie Umbaumaßnahmen beinhaltet. Denn dann ist eine Wiedernutzung durch die Schule bei Bedarf relativ ausgeschlossen.

Einen Kindergarten und das Jugendhaus hätten auch woanders im Ort entstehen können, und nicht unbedingt auf dem Schulgelände!

 

 

Das Mosaik in der Schwimmhalle

Das Mosaik von Walter Rössler (Foto Peter Dohse)

Hinter der Turnhalle der Astrid-Lindgren-Schule befindet sich das Lehrschwimmbecken, in dem sich ein künstlerisches Kleinod (oder auch Juwel) verbirgt: Ein 10m breites und 2,50m hohes Mosaik des Klausdorfer Künstlers Walter Rössler mit dem Namen: Ein Schulschwimmfest. Dieses Mosaik besteht aus bunten Keramik- und Glasplättchen. 

Kachel zur Erinnerung an den Bau 1965 (Foto Peter Dohse)

Die Kachel im Eingangsbereich der Schwimmhalle

 

Das Kunstwerk zeigt Kinder auf dem Schulschwimmfest, wie sie gerade noch von einem besorgten Lehrer daran gehindert werden können, ins Wasser zu springen. Dieses lebhafte Darstellung zeigt sehr viel Emotionalität und strahlt trotz mancher sorgenvollen Blicke der anwesenden Eltern sehr viel Wärme und Heiterkeit aus. Dieses Mosaik wurde 1965 durch den Künstler selbst eingebaut, aber leider muss auch darüber berichtet werden, dass im Laufe der Jahre durch Renovierungen und energetischer Sanierung das Mosaik oben und unten ein wenig beschnitten und auch beschädigt wurde. 

Der Bademeister (Foto Peter Dohse)
Die Zuschauer (Foto Peter Dohse)
Die Signatur von Walter Rössler (Foto Peter Dohse)

Die Fotos oben zeigen Ausschnitte des Mosaiks und rechts die Signatur des Künstlers.

 

Der Sohn des Künstlers, Dr. Thomas Rössler, erinnert sich, dass er als Junge seinem Vater hin und wieder auf der Arbeit besuchen durfte. Sein Vater habe nach einem vorbereitenden Aufenthalt bei der Keramikfirma Villory & Boch in Mettlach/Saar, die eine lange Tradition in der Zusammenarbeit mit Künstlern entwickelt hatte, mit der Umsetzung des Mosaiks begonnen. Unterstützung erhielt der Künstler durch den Onkel Uwe-Jens Thomsen, der in der Folgezeit künstlerisch vor allem als Maler hervortrat.

Derzeit haben nur Nutzer des Schwimmbades Zugang zu diesem Mosaik. Aber Generationen von Kindern haben unter dem freundlichen und farblich intensiven Motiv das Schwimmen gelernt und werden es weiterhin lernen können.

 

Peter Dohse

 

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