13 Findling am Wasserwerk

Hier geht es zu den 24 weiteren Info-Seiten auf der Kulturpfad-Startseite

 

KuKuK_Tafeln-Druck 14

 

Der Stein vom Reichsarbeitsdienst am Wasserwerk und die Holzkate Zarp

 

Hier, auf dem heutigen Grundstück des 1904-08 gebauten Wasserwerkes Klausdorf, steht, kurz vor der 1805 erstmalig errichten Brücke zur Oppendorfer Mühle, ein mächtiger Stein am Ufer der Schwentine.

Was hat es mit diesem sogenannten Findling auf sich? Er hat keine Inschrift; auch eine Schrifttafel ist nicht vorhanden. 

Regulierungsarbeiten der Schwentine wurden nötig, weil die flussaufwärts liegen Wasserkraftwerke mit dem künstlich aufgestauten Rosensee zeitweise hohe Wasserstände erzeugten. Diese führten, besonders in Klausdorf, zu Problemen an den Uferböschungen.Im Bereich Klausdorf wurde parallel zur Flussbiegung ein sogenannter Durchstich von ca. 300m Länge gebaut, um Entlastung zu schaffen. Dabei ist die die sogenannte Insel entstanden, die einen Umfang von etwa 1 km hat.Das Flussbett vom Wasserkraftwerk 1 bis zum Klausdorfer Wasserwerk wurde begradigt, auf eine gleichmäßige Breite gebracht und das Stauwehr der ehemaligen Oppendorfer Wassermühle entfernt.


Diese Arbeiten wurden in Handarbeit mit Hilfe von Feldloren in den Jahren 1935-38 durch die Reichsarbeitsdienst-Abteilung 6/73 durchgeführt. Dazu wurde ein sogenanntes RAD-Lager für ca. 150 Männer an der Rastorfer Mühle eingerichtet.

 

 

Oppendorfer Mühle mit Insel
Die Insel in der Schwentine, hinten das Wasserwerk

Die kleine Insel in der Schwentine 

Diese Fotos zeigen die Insel unterhalb der Brücke aus zwei gegensätzlichen Richtungen vor den Regulierungsarbeiten um 1935; sie wurde danach komplett abgetragen und der Schwentine ein neues Flußbett gegeben.

Das linke Foto zeigt noch die alten Gebäude des Restaurants m. Pension "Oppendorfer Mühle", das in der Nacht vom 13. auf den 14.4.1945 durch einen verheerenden Bombenangriff mit vielen Toten und Verletzten komplett zerstört wurde. 

Im Hintergund ist hinter der Brücke noch das alte Stauwehr der Mühle zu erkennen.

Das rechte Foto zeigt im Hintergrund die Gebäude des Wasserwerkes Schwentinetal in Klausdorf.

 

Fotos: StA Kiel

Arbeit mit Loren, hinten das Wasserwerk (W. Roß)

Blick v. Wasserkraftwerk I zur Oppendorfer Mühle

Mit Hilfe von Feldloren wird das Flußbett der Schwentine von Hand begradigt. Dazu hatte man den Rosensee abgelassen und dann den Wasserdurchfluß bei den Wasserkraftwerken abgesperrt.

Im Hintergrund ist die Holzkate Zarp und die Gebäude des Klausdorfer Wasserwerkes zu erkennen.

Mit Hilfe von Winden werden Steine bewegt (F. Lihder)

Große Steine müssen bewegt werden 

Die jungen Männer nutzen Winden und Flaschenzüge, um schwere Lasten zu transportieren.

KHS09.04 Endstation für den Bus um 1940, hinten rechts der Findling

                            Endstation für den Bus um 1940, hinten rechts der RAD-Stein

 

Der Bus auf dem Foto fuhr in den 1930-40er Jahren von Kiel bis zur Oppendorfer Mühle; der erste Busfahrer war der Klausdorfer Johannes Lohmann aus Dreikronen.

So sah der Steines ursprünglich aus (Sammlung Wilbert Voß)

Der gerade aufgestellte RAD-Stein

Nach Abschluss der Arbeiten haben die RAD-Angehörigen diesen Findling aus dem Flußbett geholt und zur Erinnerung an diese Baumaßnahme aufgestellt.

 

Im Hintergrund sind die Gebäude des Wasserwerkes Klausdorf zu erkennen.

 

Der Stein hat noch keine Inschrift - das Foto zeigt die selbe Seite des Steines, wie auf dem Foto rechts, nur in ihrem ursprünglichen Zustand!

image2 RAD-Stein mit zerklüfteter Seite 2.8.2024 (Peter Dohse)

Eine Inschrift mit NS-Bezug wurde nach dem 2. Weltkrieg herausgeschlagen, daher wirkt der Stein heute schlanker und hat eine zerklüftete Oberfläche, die für eiszeitliche Findlinge ungewöhnlich ist.

Die Holzkate Zarp

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, mit der Adresse Ritzebeker Weg 180, ist die restaurierte, sogenannte Waldarbeiter- oder Holzkate zu sehen. Sie ist möglicherweise das älteste Haus in Klausdorf und wurde vom Kloster Preetz Schwentinekate genannt.

Bei der Volkszählung im Jahre 1803 wird sie bereits erwähnt. Damals wohnte der Holzarbeiter Arno Prahl mit seiner Familie dort.

Zu dieser Zeit erstreckte sich von Altmühlen bis zur Oppendorfer Mühle ein wertvoller Buchenhochwald, der eine erträgliche Holzbewirtschaftung ermöglichte.

Im Jahre 1920 wurde wohl Teile dieses Baumbestandes als Reparationsleistung für die Engländer, im Rahmen des Versailler Vertrages, abgeholzt. In dieser Zeit wurde das Haus und das Waldgebiet vom Kloster an die Klausdorfer Siedlungs-Genossen-schaft Neuland verkauft. Auch diese hat dann noch viele Bäume abgeholzt.

Danach wurde das Gebäude nur noch als Wohnhaus genutzt. In den 1920-60er Jahren wohnte dort z. B. die Familie Zarp; daher auch "Holzkate Zarp".

Nach dem 2. Weltkrieg wurden einige der ehem. Waldflächen wieder mit Nadelbäumen aufgeforstet; heute entsteht hier teilweise aber schon wieder ein schöner Mischwald.

 

Wilbert Voß

 

Foto rechts: Die Holzkate Zarp um 1938 (StA Kiel)

 

Holzkate Zarp um 1938 (StA Kiel)

 

Das Wasserwerk Schwentinetal in Klausdorf 

Die Fotos unten zeigen die Bauphasen des Wasserwerkes 1906-09 und 1929.

Wasserwerk Maschinenhaus in Bau (Sammlung Holger Malterer)

Wasserwerk 1906-09 Maschinenhaus in Bau

Wasserwerk Dampfmaschine im Einsatz (Sammlung Holger Malterer)

Wasserwerk 1906-09 Dampfmaschine im Einsatz 

Wasserwerk Einbau der Kesselanlage (Sammlung Holger Malterer)

Wasserwerk 1906-09 Einbau der Kesselanlage 

Wasserwerk 1929 Betriebsgebäude nach der Erweiterung (StA Kiel)

Wasserwerk 1929 Betriebsgebäude nach der Erweiterung (StA Kiel)

 

Nächste Info-Tafel 14 "Rastorfer Mühle"                                                           Zurück zur Kulturpfad-Startseite