20 Räucherkate
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Die Räucherkate
Die Raisdorfer Räucherkate als historisches Wahrzeichen wurde am 10. September 1767 aus Abbruchmaterial fertiggestellt und ist das älteste Gebäude in Schwentinental. Der damalige Lehrer war der Einweihung ferngeblieben und wollte lieber "einen Martin Luther" feiern. Sie steht seit 1968 unter Denkmalschutz. 1974 kaufte die Gemeinde das reetgedeckte Fachwerkhaus von der Familie Lepthien. Diese Kate ist die letzte von ehemals 17 Räucherkaten in Raisdorf. In der Räucherkate befand sich auch die Werkstatt des Rademachers Heinrich Detlef Lepthien, der hier Räder für Wagen und Fahrwerke baute und so Stellmacher wurde. Hierzu war eine Schmiede aber notwendig, die sich seit 1750 auf dem Hasenberg befand und von Friedrich Nickels betrieben wurde, bis der Bau der B76 alles platt machte.
Hier wurden Schinken geräuchert und in dem nebenstehenden Gebäude zu den Bahngleisen hin, ging der Klausdorfer Stellmacher Hinrich Bartsch seinem Handwerk nach. Im kleinen weißen Haus links von der Räucherkate befand sich das Geschäft von Schlachter Wieser. Schinken und Wurst wurden in der Räucherkate geräuchert. Nach dem Erwerb durch die Gemeinde wurde ein Teil der Kate weiterhin zum Räuchern benutzt. Der alte Eingang zur Bahnhofstraße hin ist heute verschlossen. Die Räumlichkeiten des Standesamtes sind von der großen stirnseitigen Tür zugänglich.
Am 19.9.1995 brannte das Haus durch Brandstiftung bis auf die Grundmauern nieder und wurde danach aber wieder annähernd originalgetreu aufgebaut.1
Später wurde der Bauerngarten, der sich auf der Rückseite des Rathauses befand aufgelöst und auf der Rasenfläche und neben der Räucherkate neu angelegt. Heute wird die Räucherkate als Trauzimmer genutzt und steht für kulturelle Veranstaltungen und Versammlungen bereit.
1 Siehe hierzu: https://www.schwentinental-inside.de/frames/nachrichten/wetter-in-schwentinental.html
Die Räucherkate mit der letzten Bewohnerin Frau Lepthien, damals noch Preetzer Chausee Nr. 7; sie verstarb 1973.
Die Räucherkate in ihrem Zustand vorm Brand am 19.9.1995; gut zu erkennen an der großen Eiche, die das Feuer nicht überlebte.
Die wiedererrichtete Räucherkate nach 1997, leider konnte das Fachwerk nicht genau rekronstruiert werden. Auch die alten Ziegelsteine wurden durch neue ersetzt.
Die Windfahne mit der Darstellung von Amor bezeugt den Neubau im Jahre 1997, eine schöne Einrichtung, die das hübsche Gebäude noch aufwertet. Die ursprüngliche Kate hatte so etwas nicht.
Fleisch- und Wurstwaren Wieser
Links neben der Räucherkate, in dem kleinen weißen Haus (heute Kieler Str. 5a), eröffnete Inge Wieser Anfang der 50er Jahre einen Schlachterladen. Die gelernte Schlachterin und ihr Mann schlachteten nicht selbst, sondern betrieben nur Handel. Hans Wieser fuhr aber auch über Land und nahm Bestellungen entgegen. In den 60er Jahren zogen sie mit dem Geschäft in die Klaus-Groth-Straße.3
3 Spurensuche Heft XXII
Die alte Meierei Bamert
Die alte Meierei, die wir heute in der Bahnhofstrasse Nr. 5 rechts neben der Räucherkate finden, wurde im Jahre 1922 durch Gregor Bamert zu einer Käserei ausgebaut. In Raisdorf wurde damals Gouda, Emmentaler, Tilsiter, Edamer, Camembert und Roquefort produziert. Die Produkte der Käserei Raisdorf hatten sogar überregionale Bedeutung, der Emmentaler ging sogar nach Berlin. Die anfallende Molke wurde in der Schweinemästerei verwertet. Aufgrund der stärker werdenden Konkurrenz nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Käserei im Jahre 1957 ihren Betrieb einstellen.2 Das Foto zeigt die Meierei um 1925.
2Gisela Dalldorf, Raisdorf, Eine Chronik in Bildern, Christians, Seite 46ff
Blick in den Arbeitsraum der Meierei; der Antrieb der Maschinen erfolgte anfangs noch über Transmissionsriemen.
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