Denkmal-Pflege

Denkmal’Pflege‘ in Schwentinental

 

KuKuK e.V. engagiert sich für den Erhalt lokaler Erinnerungsorte

 

Viele Denkmäler in Schwentinental erzählen Geschichten aus vergangenen Zeiten – von persönlichen Schicksalen, historischen Ereignissen oder bedeutenden lokalen Entwicklungen. Doch Wind, Wetter und biologische Ablagerungen setzen diesen stillen Zeitzeugen zunehmend zu. Mit dem Projekt Denkmal’Pflege‘ hat sich der Verein KuKuK e.V. Schwentinental deshalb vorgenommen, Denkmäler, Erinnerungssteine und einzelne historische Grabmale sorgfältig zu restaurieren und so dauerhaft sichtbar zu halten.

 

Warum Restaurierung nötig ist

 

Vogelexkremente, Regenschlag, Moos und Algen oder chemische Reaktionen führen über die Jahre zu erheblichen Schäden:

  • Poröse Steine sind besonders empfindlich gegenüber Frost und zeigen oft Abplatzungen.

  • Kalkhaltige Gesteine werden durch Säure angegriffen und verlieren Konturen.

  • Feuchtigkeit bringt Mineralien an die Oberfläche – sogenannte Ausblühungen, die als weiße Ablagerungen sichtbar werden.

  • Inschriften verblassen, Ornamentik verliert an Tiefe, ganze Gedenksteine verschwinden hinter nachgewachsenen Sträuchern und Laub.

Um diese Schäden zu beheben, reinigt das KuKuK-Team die Oberflächen behutsam, entfernt Verfärbungen, füllt Risse auf und imprägniert die Steine, um sie besser zu schützen. Verblasste Inschriften werden mit speziellen Farbstiften in Handarbeit nachgezogen. In Zusammenarbeit mit den städtischen und kirchlichen Verantwortlichen wird zudem das unmittelbare Umfeld gepflegt – in einigen Fällen unterstützt auch der Bauhof Schwentinental bei der Grünpflege.

 

Erste Restaurierungen bereits umgesetzt

 

Wilbert Voß und Peter Dohse haben bereits mehrere Denkmäler in Angriff genommen. Besonders eindrücklich ist der Erinnerungsstein für den in Russland gefallenen Unteroffizier Kurt Sievers, dessen Mutter ihn mit der Zeile „Meinem lieben Jungen zum Gedenken“ widmete. Der Stein wurde einst vom Familiengrundstück am Raisdorfer Dorfplatz auf den Raisdorfer Friedhof umgesetzt, nachdem das Grundstück neu bebaut werden sollte. Heute ist er wieder gut sichtbar – gereinigt, konserviert und mit nachgezogenen Inschriften.

Der Stein vor der Bearbeitung (Foto Wilbert Voß)

Der vorherige Zustand

Die Restaurierung der Inschrift (Foto Peter Dohse)

Die Farbe der Inschrift wird nach der gründlichen Reinigung des Steines erneuert

DSCF4306a Gedenkstein Uffz. Kurt Sievers

Der Erinnerungsstein von Unteroffizier Kurt Sievers im restauriertem Zustand neben dem Gefallenen-Denkmal

Gedenkstein f. Kurt Sievers, h. Haus Jessen (Foto Antje Böttcher u. Dörte Dotzauer)
Der Erinnerungsstein ca. im Jahr 2000 (Foto Antje Böttcher u. Dörte Dotzauer)

Die beiden Fotos zeigen den Stein an seinem ursprünglichen Standort am Haus Dorfstraße Nr. 4. Links in den 1950er-Jahren ist im Hintergrund noch das Haus von Jessen zu sehen. Rechts etwa im Jahr 2000, die neuen Häuser in der Straße "Im Dorfe" sind schon da.

 

Den Gedenkstein für ihren gefallenen Sohn Kurt Sievers gab Ida Magdalena Sievers-Hamdorf 1947-48 in Auftrag. Er wurde von Steinmetz Diester gefertigt, dessen Werkstatt befand sich in der heutigen Bahnhofstr., etwa dort, wo jetzt das Eiscafé ist.

Der Stein fand seinen Platz auf der Rasenfläche an der südlichen Giebelseite ihres Hauses; er war so platziert, daß sie ihn durch ihr Fenster sehen konnte.

Als 2003 das Haus versteigert und abgerissen werden sollte, nahm die Familie Kontakt mit Bürgervorsteherin Susanne Lange-Hitzbleck auf, um über die Zukunft des Steines zu sprechen. Nach einer Besichtigung des Steines wurde die Verwaltung und der Bauhof beauftragt, ihn an das Gefallen-Denkmal in Raisdorf zu versetzen.

Die Fotos stammen von Idas Enkelkindern Antje Böttcher und Dörte Dotzauer, vielen Dank dafür!

 

Mitmachen erwünscht

 

KuKuK sucht weitere Interessierte, die Freude daran haben, historische Spuren sichtbar zu halten – sei es handwerklich, organisatorisch oder bei der historischen Recherche. Denn zu jeder Restaurierung gehört auch die Frage: Welche Geschichte steckt hinter dem Denkmal?
Die Ergebnisse dieser Recherchen werden nach und nach auf der Homepage des Vereins dokumentiert.

 

Wer mithelfen oder mehr erfahren möchte, kann sich direkt bei KuKuK e.V. melden.
Gemeinsam lassen sich die Erinnerungsorte unserer Stadt bewahren – sichtbar, würdig und für kommende Generationen erfahrbar.

 

 

 

Weitere restaurierte Steine

Clausdorfer Wegscheide (Foto Peter Dohse)

Die Clausdorfer Wegscheide in der Mauer des Ostfriedhofes

Stein Klosterhufe Dorfplatz Nr. 11 (Foto Wilbert Voß)

Der Hinweisstein auf die klösterliche Bauernvogthufe in Klausdorf Dorfplatz Nr. 11

Monogramm-Stein (Foto Peter Dohse)

Der Monogrammstein rechts neben der Bushaltestelle Klausdorfer Hof

Stein Kriegerehrenmal Klausdorf (Foto Peter Dohse)
Stein Kriegerehrenmal Klausdorf (Foto Peter Dohse)

Die beiden Gedenksteine links und rechts neben der Namentafel im Klausdorfer Kriegerehrenmal

 

 

Die drei Erinnerungssteine unten befinden sich im Bereich des Gefallenen-Denkmals in Raisdorf

Grabstein ehem. Bürgermeister Fuehrer (Foto Wilbert Voß)

Der ehem. Grabstein von Bürgermeister Fuehrer wurde gereinigt

Der Grabstein von Fritz During (Foto Peter Dohse)

Der ehem. Grabstein vom Künstler Fritz During in neuer Schönheit

Namenstein vom ehem. Kriegerdenkmal Raisdorf (Foto Wilbert Voß)

Der Namenstein für den 1. Welkrieg wurd gereinigt und Teile der Inschrift erneuert

Stein Schwentine-Wanderweg (Foto Wilbert Voß)

Der Stein des Schwentine-Wanderweges an der Grenze zu Kiel wurde gereinigt

Erinnerungsstein Schulneubau Raisdorf (Foto Peter Dohse)

Der Stein zur Erinnerung an den Schulneubau in Raisdorf nach dem 2. Weltkrieg