06 Alte Schmiede
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Die alte Schmiede und das kleine Nachbarhaus
Ebenfalls neben dem Dorfplatz steht die einstige Schmiede von Friedrich Wienroth (sen.). Die zentrale Lage war wichtig für ein langgestrecktes Dorf wie Klausdorf; über Jahrzehnte zogen sich die Gehöfte nahezu ausschließlich an der Dorfstraße entlang. Der nach ihm benannte Friedrich Wienroth Weg im Ortsteil Dreikronen erinnert an ihn.
Rechts ist die alte Schmiede und der Kulturverein KuKuK während einer Fahrrad-Erkundung im Jahre 2023 zu sehen.
Seit etwa 1670 soll es hier auf dem Grundstück Dorfplatz Nr. 7 bereits eine Schmiede gegeben haben.
Um 1800 war es Friedrich Landt, der hier diesem Handwerk nachging.
Von 1896 an hat dann die Familie Wienroth, drei Generationen lang, diese Handwerksstelle betrieben. In der jüngeren Vergangenheit kam eine Bauschlosserei mit dazu, aber bis zum Schluss wurden hier auch noch Pferde beschlagen.
Schmiedemeister Friedrich Wienroth (Jahrg. 1866) wurde schon 1902 Gemeindevertreter und war von 1912 bis 1918 ehrenamtlicher Bürgermeister in Klausdorf.
Für diese Tätigkeit hat ihm die Gemeindevertretung 1913 einen des ersten Telefonanschlüsse in Klausdorf in seinem Wohnhaus genehmigt.
1918 wurde dann dort auch noch ein Sparkassenraum auf Mietbasis eingerichtet.
Sein Sohn Wilhelm (Jahrg. 1906) stieg 1931 mit in den Betrieb ein und war 40 Jahre aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, sowie seit 1946 20 Jahre lang Gemeindevertreter.
Vor der Schmiede steht noch eine, durch einen Blumenkasten verzierte, alte Biegemaschine für Stahlbänder
Enkel Friedrich jun. (Jahrg. 1932) übernahm um 1970 den Betrieb, den er, mangels eines Nachfolgers, im Jahre 1997 aufgeben musste. Er war von 1985-1997 Stellv. Gemeindewehrführer. Besonders handwerklich war er im Dorf sehr gefragt; von ihm stammt z.B. die Uhr am Turm des heutigen Feuerwehrgerätehauses.
Die Gebäude auf dem Grundstück änderten natürlich, aufgrund der Zeitentwicklung und verschiedener Ereignisse, ihr äußeres Erscheinungsbild bis hin zum heutigen Zustand.
Das kleine Fachwerk-Nachbarhaus (heute Dorfstr. 149) gehört heute immer noch zur Schmiede Wienroth.
Nach dem 2. Weltkrieg wohnte dort der im Feuerwehrgerätehaus ausgebombte Gemeindewehrführer Kurt Loesch; dieser hatte es aus den Trümmern der ehem. Klosterhufe Reimer nach dem 2. Weltkrieg in Eigenleistung aufgebaut.
Kurt Loesch mit Familie vor dem als Behelfsheim gedachten kleinen Haus um 1950, er hatte es als gelernter Zimmermannspolier selbst errichtet. Die ursprüngliche Fachwerkfassade mit den originalen Sprossenfenstern aus Holz ist hier gut zu erkennen.
Gegenüber, am linken Rand des Grundstücks Dorfstr. 138, ist noch heute ein Granit-Einfahrtpfosten der ehem. Klosterhufe Reimer zu sehen. Er hat seine Erhaltung wohl dem Umstand zu verdanken, daß er heute als Grenzstein dient.
Das ehem. Gehöft des Hufners Reimer, das sich am Ende des heutigen Wiesenhörn bei der Kanuabteilung des TSV Klausdorf befand, ist am 02.12.1845 abgebrannt. Er übernahm dafür dann das damals noch als Horn`sche Hufe bezeichnete Gebäude gegenüber der Schmiede.
1907 verkauft Christian Reimer dieses stattliche sächsische Bauernhaus an Heinrich Krützfeldt.
Am 1. September 1928 erwirbt die Gemeinde Klausdorf das Grundstück mit allen Gebäuden von dem Rentnerehepaar Krützfeldt auf Rentenbasis, sowie freies Wohnen und Gartennutzung.
1940 ist das Gebäude an mehrere Bewohner vermietet, darunter ist auch der für Klausdorf zuständige Landjäger (Polizist) E. Pfaff.
Klausdorf plante außerdem, das Gebäude für die Gemeindeverwaltung zu nutzen, erste Zeichnungen wurden bereits als Entwurf angefertigt.
Am 19.5.1943 wurde dieses große Reetdachhaus durch amerikanische Brandbomben zerstört und ist seit dem aus dem Ortsbild für immer verschwunden.
Wilbert Voß
Der Dorfplatz um 1930, links die Klosterhufe Reimer, rechts die Gaststätte "Zur Linde" von Familie Boll.
Das Gebäude des Lokals ist heute noch als Wohnhaus erhalten.
Nach dem Krieg wurde es auch anders genutzt; so war es von 1972 bis 1983 die Polizeistation Klausdorf. Danach die Fahrschule von Bernhard Lange und auch eine Studio-Gallerie mit dem Cafè Kunst / Genuß hatte hier von 1997 an eine Zeit lang seine Heimat.
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