20 Räucherkate

Hier geht es zu den 24 weiteren Info-Seiten auf der Kulturpfad-Startseite

 

KuKuK_Tafeln-Druck 22
 
Die Räucherkate

Die Raisdorfer Räucherkate als historisches Wahrzeichen wurde am 10. September 1767 aus Abbruchmaterial fertiggestellt und ist das älteste Gebäude in Schwentinental. Der damalige Lehrer war der Einweihung ferngeblieben und wollte lieber "einen Martin Luther" feiern. Sie steht seit 1968 unter Denkmalschutz. 1974 kaufte die Gemeinde das reetgedeckte Fachwerkhaus von der Familie Lepthien. Diese Kate ist die letzte von ehemals 17 Räucherkaten in Raisdorf. In der Räucherkate befand sich auch die Werkstatt des Rademachers Heinrich Detlef Lepthien, der hier Räder für Wagen und Fahrwerke baute und so Stellmacher wurde. Hierzu war eine Schmiede aber notwendig, die sich seit 1750 auf dem Hasenberg befand und von Friedrich Nickels betrieben wurde, bis der Bau der B76 alles platt machte.

 

Hier wurden Schinken geräuchert und in dem nebenstehenden Gebäude zu den Bahngleisen hin, ging der Klausdorfer Stellmacher Hinrich Bartsch seinem Handwerk nach. Im kleinen weißen Haus links von der Räucherkate befand sich das Geschäft von Schlachter Wieser. Schinken und Wurst wurden in der Räucherkate geräuchert. Nach dem Erwerb durch die Gemeinde wurde ein Teil der Kate weiterhin zum Räuchern benutzt. Der alte Eingang zur Bahnhofstraße hin ist heute verschlossen. Die Räumlichkeiten des Standesamtes sind von der großen stirnseitigen Tür zugänglich.
 

Am 19.9.1995 brannte das Haus durch Brandstiftung bis auf die Grundmauern nieder und wurde danach aber wieder annähernd originalgetreu aufgebaut.1

 

Später wurde der Bauerngarten, der sich auf der Rückseite des Rathauses befand aufgelöst und auf der Rasenfläche und neben der Räucherkate neu angelegt. Heute wird die Räucherkate als Trauzimmer genutzt und steht für kulturelle Veranstaltungen und Versammlungen bereit. 

 

1 Siehe hierzu: https://www.schwentinental-inside.de/frames/nachrichten/wetter-in-schwentinental.html

 

Räucherkate mit Haus-Nr. 7 (Sammlung KuKuK)

Die Räucherkate mit der letzten Bewohnerin Frau Lepthien, damals noch Preetzer Chausee Nr. 7; sie verstarb 1973.

 

 

Räucherkate vorm Brand

Die Räucherkate in ihrem Zustand vorm Brand am 19.9.1995; gut zu erkennen an der großen Eiche, die das Feuer nicht überlebte.

 

Die wiedererrichtete Räucherkate nach 1997 (Wilbert Voß)

Die wiedererrichtete Räucherkate nach 1997, leider konnte das Fachwerk nicht genau rekronstruiert werden. Auch die alten Ziegelsteine wurden durch neue ersetzt.

Die Windfahne Amor bezeugt den Neubau (Wilbert Voß)

Die Windfahne mit der Darstellung von Amor bezeugt den Neubau im Jahre 1997, eine schöne Einrichtung, die das hübsche Gebäude noch aufwertet. Die ursprüngliche Kate hatte so etwas nicht. 

 

Spalier der FF Klausdorf 2009 (Wilbert Voß)

Nun finden auch wieder Trauungen statt; hier steht die Freiwillige Feuerwehr Klausdorf Spalier bei der Hochzeit eines Kameraden im Jahre 2009.

Fleisch- u. Wurstwaren Wieser
Fleisch- und Wurstwaren Wieser

Links neben der Räucherkate, in dem kleinen weißen Haus (heute Kieler Str. 5a), eröffnete Inge Wieser Anfang der 50er Jahre einen Schlachterladen. Die gelernte Schlachterin und ihr Mann schlachteten nicht selbst, sondern betrieben nur Handel. Hans Wieser fuhr aber auch über Land und nahm Bestellungen entgegen. In den 60er Jahren zogen sie mit dem Geschäft in die Klaus-Groth-Straße.3

 

3 Spurensuche Heft XXII

 

 

 

 

 

 

Die alte Meierei Bamert

Die alte Meierei, die wir heute in der Bahnhofstrasse Nr. 5 rechts neben der Räucherkate finden,  wurde im Jahre 1922 durch Gregor Bamert zu einer Käserei ausgebaut. In Raisdorf wurde damals Gouda, Emmentaler, Tilsiter, Edamer, Camembert und Roquefort produziert. Die Produkte der Käserei Raisdorf hatten sogar überregionale Bedeutung, der Emmentaler ging sogar nach Berlin. Die anfallende Molke wurde in der Schweinemästerei verwertet. Aufgrund der stärker werdenden Konkurrenz nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Käserei im Jahre 1957 ihren Betrieb einstellen.2   Das Foto zeigt die Meierei um 1925.

 

2Gisela Dalldorf, Raisdorf, Eine Chronik in Bildern, Christians, Seite 46ff

 

 

Die Raisdorfer Meierei Gregor Bamert um 1925
Blick in den Arbeitsraum der Meierei (Sammlung Holger Malterer)

Blick in den Arbeitsraum der Meierei; der Antrieb der Maschinen erfolgte anfangs noch über Transmissionsriemen.

Arbeitsbedingungen in der Meierei (Sammlung Holger Malterer)

Die Arbeitsbedingungen in der Meierei entsprachen dem damaligen Stand der Technik.

 

Nächste Info-Tafel 21 "Dorfplatz Raisdorf"                                                     Zurück zur Kulturpfad-Startseite