02 Dorfplatz Klausdorf

Hier geht es zu den 24 weiteren Info-Seiten auf der Kulturpfad-Startseite

 

KuKuK_Tafeln-Druck 2a

Redaktioneller Hinweis:

In der Info-Tafel vor Ort befindet sich im linken Text-Block ein Fehler, der Mammutbaum steht nicht gegenüber dem Dorfteich, sondern gegenüber am Dorfteich! 

In der oben abgebildeten Info-Tafel ist der Fehler schon korrigiert worden!

 

Der Dorfplatz Klausdorf in seiner historischen Entwicklung

v. l.: Hökerei Kaul, Räucherkate Roggenkamp, Feuerwehr und Schule (Willi Hahn)

Dorfplatz 1909 als Gemälde von Willi Hahn

v. l.: Hökerei Kaul, Räucherkate Roggenkamp, Spritzenhaus und die Schule

Im Jahre 1713 wurde das erste Schulhaus erbaut; das Holz spendete das Kloster Preetz. Der Fußboden bestand aus gestampften Lehm, das Dach aus Stroh mit darüber eingedecktem Reet. Als Inventar diente eine Sitzbank und ein Tisch.

 

Leben und Wirken von Willi Hahn

 

Der Kunstmaler Willi Hahn war ein produktiver und im norddeutschen Raum geschätzter deutscher Landschafts- und Marinemaler. 

Seine Tochter, Annelore Maronga, engagierte sich nach seinem Tod aktiv in Kunst- und Antiquitätenforen, um das Andenken an sein Schaffen zu bewahren und Sammlern bei der Verifizierung seiner Werke zu helfen.

  • Herkunft: Willi Hahn kam 1918 in Pommern (Raumersaue, Kreis Pyritz nahe Stettin) zur Welt. Die dortige Natur und die Nähe zur Ostsee prägten früh sein visuelles Gespür. 

  • Lebensmittelpunkt: Nach den Umbrüchen des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung zog es ihn nach Norddeutschland. Er ließ sich schließlich in Kiel (Schleswig-Holstein) nieder, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2008 lebte und arbeitete. 

Das Bild zeigt das einstige Herzstück des alten Klausdorf (Ortsteil von Schwentinental)

  • Der Dorfteich: Er lag zentral am Dorfplatz und diente im alten Dorfgefüge unter anderem als Löschwasserteich für die umliegenden Gehöfte.

  • Die Bebauung: Links im Hintergrund ist das markante Wohnhaus von Rektor Enoch zu sehen, welches als eines der wenigen Gebäude die Zeit überdauert hat und heute noch im Bereich des alten Dorfplatzes steht. Das reetgedeckte Gebäude am rechten Bildrand existiert in dieser Form nicht mehr – an dessen Stelle befindet sich heute die Klausdorfer Kirche.

Detailanalyse: Die fotogetreue Vorlage

Willi Hahn hat die fotografische Schwarz-Weiß-Vorlage der alten Postkarte erstaunlich detailgetreu und mit großer dokumentarischer Präzision in Farbe übersetzt:

  • Die Kindergruppe: Die vier am Ufer sitzenden Kinder im Vordergrund sind keine frei erfundenen Staffagefiguren, sondern saßen exakt in dieser Pose für das ursprüngliche Foto Modell.

  • Die Wäscheleine & Bäume: Selbst die Position der Wäscheleine im Hintergrund zwischen den Katen sowie die Anordnung der kahlen Bäume entsprechen genau der historischen Aufnahme.

Peter Dohse

 

Blick über den Dorfteich von Süden

Dorfplatz vor 1898 von Süden gesehen 

Hinten links die Schankwirtschaft von Diedrich Scheelhaase und rechts daneben die klösterliche Bauernvogt-Hufe von Först.

Der Zufluß des Dorfteiches ist noch nicht verrohrt, sondern noch ein offener Graben.

Doppeleiche an der Grotte und die Gaststätte rechts, hinten Commünehaus (Sammlung KuKuK)

Blick vom Gehöft Schnack zur jungen Doppeleiche an der Steingrotte; das Kriegerdenkmal wurde erst 1921 gebaut. Rechts die Gaststätte "Zur Doppeleiche", hinten das Commünehaus (Armenhaus) an der Stelle, wo heute das Feuerwehrgerätehaus steht.

Da drüber ist der Giebel der alten Schule zu sehen, die im 2. Weltkrieg dem Bombenkrieg zum Opfer fiel; heute steht dort seit 1963 die Kirche.

Alte Schule, Commünehaus u. Häuser Teichstr. um 1915 (Sammlung Wilbert Voß)

                 Die Alte Schule, das Commünehaus u. die relativ neuen Häuser der Teichstr. um 1915

Hufe Reimer und Gastwirtschaft Zur Linde von Boll (Sammlung KuKuK)

Blick über den Dorfteich nach Südwest

Links die umgesiedelte Hufe Reimer (im 2. Weltkrieg zerstört) und rechts die Gaststätte "Zur Linde" der Familie Boll (heute Wohnhaus).

Alte Schule u. Feuerwehrgerätehaus kurz vorm 2. Weltkrieg (Sammlung KuKuK)

Der Dorfplatz zu Beginn des 2. Weltkrieges!

Die alte Schule und das Feuerwehrgerätehaus von 1925, bereits mit elektrischer Sirene, um die Bevölkerung vor Bombenangriffen zu warnen.

v. l. Haus Kaul, Tankstelle und rechts die Feuerwehr vor 1962 (Sammlung KuKuK)

Der Dorfplatz nach dem Krieg vor 1962

Links das alte Haus von Kaul; wo früher die Räucherkate Roggenkamp stand ist nun die Tankstelle Geest; die alte Schule ist zerstört, rechts die Feuerwehr

Kirche Neubau 1963 (Sammlung Wilbert Voß)

Neubau einer Klausdorfer Kirche 1963 

Auf dem Trümmergrundstück der alten Schule wird, neben dem Feuerwehrgerätehaus von 1925, die spätere Philippus-Kirche errichtet.

Dorfplatz Klausdorf 2023 (Peter Dohse)

Der nordwestliche Dorfplatz 2023

Links das ehem. Haus Kaul; dieses wurde bereits 1861 in Meimersdorf abgerissen und in Klausdorf wieder aufgebaut.

Anstelle der Tankstelle steht hinten jetzt ein modernes Haus mit Apotheke, Zahnarztpraxis, Praxis für Physiotherapie und Wohnungen.

Rechts die Philippus-Kirche.

Das Feuerwehrgerätehaus am Dorfplatz Klausdorf 2023 (KuKuK)
Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf

Das heutige Feuerwehrgerätehaus am Dorfplatz ist im Prinzip ein Nachbau des 1925 an dieser Stelle erbauten Vorgänger-Gebäudes, das nicht mehr den Anforderungen einer modernen Feuerwehr entsprach. 

So entstand 1988 ein Neubau mit einer zeitgemäßen Einrichtung; von außen erhält die Fassade das gewohnte Bild des alten Dorfplatzes.

 

Gerätehausbau 1925 (Freiw. Feuerwehr Klausdorf)

Auf dem Gelände des ehemaligen Commünehauses, neben der alten Schule, wurde 1925 das neue Feuerwehrgerätehaus gebaut. Das kleine Spritzenhaus an der Ecke Kirchenweg / Dorfstraße und die provisorische Unterkunft im Commünehaus reichten einfach nicht mehr aus.

Die Feuerwehr Klausdorf vorm Gerätehaus 1928 (Freiw. Feuerwehr Klausdorf)

Die Freiwillige Feuerwehr Klausdorf mit ihrem Wehrführer Christian Bergert und der gesamten Ausrüstung vor dem Gerätehaus im Jahre 1928.

Kirche u. Feuerwehr ca. 1980 (Rita v. Malottki)

Das Feuerwehrgerätehaus 1980 mit seinem provisorischen Anbau für die inzwischen zusätzlich beschafften Löschfahrzeuge. 

Neue Wohngebiete und die Ansiedelung von Gewerbebetrieben hatten die Brandlast der Gemeinde steigen lassen. Eine Entwicklung, die bis in die heutige Zeit anhält!

Der von Hans-Joachim Piegenschke geschnitzte Feuerwehrmann (Bernd Neumann)

Der von Hans-Joachim Piegenschke 2020 geschnitzte "Feuerwehrmann" im Vorgarten des Feuerwehrgerätehauses.

Er wurde aus einem massiven Eichenholzstamm aus einem Stück gefertigt.

 

Der Feuerwehrmann in der Entstehung (Freiw. Feuerwehr Klausdorf)

Die Skulptur in der Entstehung

Der Gedenkstein am Mammutbaum der Feuerwehr Oberbeuren (Bernd Neumann)

Der Gedenkstein am Mammutbaum gegenüber der Feuerwehr

Der Mammutbaum am Dorfteich wurde 2010 als Geschenk zum Partnerschaftsbesuch von der Freiwilligen Feuerwehr Oberbeuren (Bayern) gepflanzt. 

Die Gedenktafel für die Opfer des 2. Weltkrieges

Die Tafel mit den Namen aller Opfer der Bevölkerung, die nach dem Krieg in Klausdorf lebte, sind auf der handgeschnitzen Tafel von Alexander Tolkmit verzeichnet.

Es sind insgesamt 208 Namen, die sich wie folgt aufteilen:

132 Gefallene

 37 Vermisste

 37 Bombenopfer im Dorf

  12 durch Flucht u. Vertreibung Verstorbene

 

Durch eine Fragebogenaktion an alle Familien hat eine Klausdorfer Arbeitsgemeinschaft nach dem Krieg die Namen zusammengetragen.

Die Arbeitsgemeinschaft bestand aus 14 Klausdorfer Vereinen u. Verbänden; sie wählten folgende Personen als Sprecher: Bauer Johannes Schnack, Polizist Werner Bombor, Lehrer Hans Wehling, später Lehrer Heinrich Klautke.

 

Das Eichenholz für die Tafel hat Stellmacher Hinrich Bartsch beschafft.

 

Die Finanzierung erfolgte aus Spenden, sowie einem Zuschuß der Gemeinde Klausdorf.

 

Am 17. November 1957 wurde die Tafel feierlich eingeweiht und fand ihren ersten Platz im Gebäude der Gemeindeverwaltung in der Dorfstraße.

Seit dem Bau der Klausdorfer Kirche 1963, ist sie dort im Innenraum, bis in die heutige Zeit, zu sehen.

Die Gedenktafel für die Opfer des 2. Weltkrieges (Peter Dohse)
Die Kirche innen, Eingangsbereich (kirchengemeinde-klausdorf.de)

 

Die Kunstwerke von Fritz During in der Philippus-Gemeinde
Das Altarkreuz von Fritz During (Peter Dohse)

Das Altar-Standkreuz von Fritz During in der Kirche

Das Relief St. Georg von Fritz During am Gemeindehaus (KuKuK)

Das Keramik-Relief "St. Georg" von Fritz During über dem Eingang des Gemeindehauses an der Teichstraße

 

Der Gedenkstein zur 800-Jahrfeier von Klausdorf im Jahre 2024 

Wer weiß schon, dass die Ursprünge der Siedlung, die als „Vruwenhuthe“ 1224 erstmals urkundlich erwähnt wurde, im Bereich Altmühlen / Aubrook liegen? 

Gute 200 Jahre später, als der Ort bereits den Namen „Clavesdorp“ – vermutlich wegen der zuvor gebauten Kapelle zu Ehren des Heiligen Nikolaus – erhalten hatte, wurde der Dorfplatz zur Keimzelle des heutigen Klausdorf. Hier entstanden die ersten Höfe, hier siedelten sich auch die Handwerker an. Die alte Wienroth­’sche Schmiede, die heute noch steht, zeugt von diesem wichtigen Abschnitt der Historie.

 

Vor Kurzem stand der unser Stein noch auf dem Hof Reese am Heidbergredder. Jetzt hat er seinen Platz als „Gedenkstein 800 Jahre Klausdorf“ auf dem Dorfplatz in Klausdorf gefunden. 

Initiator war der im Herbst 2023 leider verstorbene ehem. Wellingdorfer Pastor Gottfried Hesse; er hat einen großen Teil des Projektes als Spende finanziert. 

Viele weitere Menschen haben KuKuK e.V. dabei geholfen, für die heutige Stadt Schwentinental diese sichtbare Erinnerung an die Gründung des Klosterdorfes Klausdorf im Jahr 1224 zu realisieren. 

 

Der Steinmetz hat vor Ort die Inschriften eingefügt. Sie beinhalten die Jahreszahlen, das Klausdorfer Wappen und den Spruch „Gott, du bist unsere Zuflucht“, sowie die vier früheren historischen Klausdorfer Ortsnamen auf der Rückseite . 

 

Bürgermeister Thomas Haß hat zusammen mit Bürgervorsteher Uwe Jantz, Pastorin Ebba Stockhausen und Udo Carstens, dem Vorsitzenden von KuKuK e. V., den Gedenkstein offiziell zu den Klausdorfer Festtagen am Freitag, dem 31. Mai 2024 eingeweiht. Bei dieser kleinen Feier war auch die Familie von Pastor Gottfried Hesse mit dabei.

 

Der Stein wird auf dem Hof Reese verladen (Heidrun Clausen)

Der Stein wird auf dem Hof Reese mit einem Kranfahrzeug der Klausdorfer Wolfgang Gruner Bau GmbH verladen.

Der Stein ist auf dem Dorfplatz angekommen (Heidrun Clausen)

Der Stein ist auf dem Dorfplatz angekommen

Die Firma Gruner hat den Transport und den Einbau des Steines gespendet! KuKuK e.V. sagt recht herzlichen Dank!

Der noch unbearbeitete Stein (Wilbert Voß)

Der noch unbearbeitete Stein

Der Steinmetz bei der Arbeit (KuKuK)

Der Steinmetz bei der Arbeit

Der fertige Gedenkstein am Dorfteich (Wilbert Voß)

Der fertige Gedenkstein am Klausdorfer Dorfteich

Die ehemaligen Namen von Klausdorf auf der Rückseite (Wilbert Voß)

Die ehemaligen historischen Namen von Klausdorf auf der Rückseite des Gedenksteines

Die Einweihung des Gedenksteines (KuKuK)

 Die Einweihung des Gedenksteines

Der Gedenkstein in der nächtlichen Idylle des Klausdorfer Dorfplatzes (Peter Dohse)

Der Gedenkstein in der nächtlichen Idylle des Klausdorfer Dorfplatzes

 

Nächste Info-Tafel 03 "Doppeleiche"                                                                  Zurück zur Kulturpfad-Startseite